Wie sieht die beste Altersvorsorge für mich aus?


Michael Prellberg
Autor
Das Wichtigste in Kürze
- Die gesetzliche Rente wird nicht ausreichen, um deinen Lebensstandard im Ruhestand halten zu können. Dafür brauchst du ergänzende Einnahmen.
- Wenn dein Arbeitgeber eine Betriebsrente anbietet: Nutze sie! Schon deshalb, weil dein Arbeitgeber einen Teil der Beitragssumme übernimmt.
- Wenn du im Ruhestand keine Abstriche machen willst, solltest du unbedingt privat vorsorgen. Dafür gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten.
Mit dem ersten Rentenbescheid kommt das böse Erwachen: Was, mit so wenig Geld soll ich auskommen? Damit du deinen Ruhestand ohne finanzielle Sorgen genießen kannst, brauchst du zusätzliche Einkünfte, um diese Rentenlücke zu schließen. Je früher du dich darum kümmerst, desto besser – und preiswerter.
Warum muss ich mich um meine Altersvorsorge kümmern?
Altersvorsorge ist ein Zusammenspiel von staatlicher, betrieblicher und privater Absicherung. Nutzt du die drei Bausteine richtig, musst du dich im Ruhestand finanziell nicht einschränken. Wer sich allerdings nur auf die gesetzliche Rente verlässt, bekommt selten mehr als die Hälfte des letzten Nettoeinkommens ausgezahlt. Das reicht häufig kaum, um die laufenden Kosten zu begleichen. Von "den Ruhestand genießen" kann dann keine Rede sein.
Deshalb besteht die Altersvorsorge aus drei Bausteinen. Zur gesetzlichen Rente kommt die Betriebsrente, die viele Arbeitgeber anbieten, und als dritter Baustein die mittlerweile unverzichtbare private Vorsorge.
Für Betriebsrenten hat sich die Abkürzung bAV (betriebliche Altersversorgung) eingebürgert. So unterschiedlich bAV-Verträge auch ausfallen, sie eint dieselbe Grundidee. Ein Teil deines Bruttogehalts wird für die Betriebsrente abgezogen, dein Arbeitgeber muss (gesetzlich verpflichtet) mindestens 15 Prozent dieser sogenannten Entgeltumwandlung bezuschussen. In der Ansparphase fallen weder Steuern noch Sozialabgaben an. Bei Rentenbeginn kann die Betriebsrente entweder als Zusatzrente genutzt werden oder das angesparte Kapital wird auf einen Schlag ausgezahlt.
Wenn dein Arbeitgeber eine Betriebsrente anbietet, solltest du dieses Angebot auf jeden Fall annehmen. Schließlich übernimmt der Arbeitgeber einen Teil der Kosten – und zwar meist mehr als 15 Prozent. Ein Zuschuss von 20 bis 30 Prozent ist normal, im öffentlichen Dienst übernimmt der Arbeitgeber über die sogenannte Zusatzversorgung mitunter sogar 100 Prozent.
So hilfreich eine Betriebsrente ist: Nur selten kann sie die Rentenlücke komplett schließen. Damit das gelingt, musst du privat vorsorgen. Dafür gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten.
Mehr erfahren über Betriebsrenten und die betriebliche Altersvorsorge (bAV)
Wie sollte ich meine private Altersvorsorge angehen?
Für die private Altersvorsorge als dritten Baustein des deutschen Rentensystems gibt es sowohl geförderte Modelle wie die Riester-Rente und die Rürup-Rente als auch eine bunte Palette von Vorsorge-Optionen, die staatlich nicht gefördert werden.
Die Riester-Rente gewährt jährliche Grund- und Kinderzulagen und mitunter Steuervorteile. Sie wird derzeit überarbeitet, klassische Riester-Verträge können nicht mehr abgeschlossen werden.
Die Rürup-Rente ist auf Selbstständige und Freiberufler:innen zugeschnitten. Auch gut verdienende Angestellte profitieren davon, die Beiträge als Sonderausgaben von der Steuer abzusetzen. Das angesparte Kapital wird ab dem 62. Lebensjahr als lebenslange monatliche Rente ausgezahlt. Manche Versicherer bieten auch die Kombination von Rente mit Einmalzahlung an – dann fällt die Rürup-Rente eben geringer aus.
Mehr über die Rürup-Rente erfahren
Für die meisten Menschen ist weder die Riester- noch die Rürup-Rente sonderlich attraktiv. Sie setzen aus gutem Grund auf Sparpläne für ETF-, Fonds- und Aktiendepots oder schließen private Rentenversicherungen ab, die diese Aufgabe übernehmen. Der Unterschied: Bei Sparplänen musst du selbst festlegen, wann du wie über das angesparte Geld verfügen willst. Bei Rentenversicherungen wird dir – falls du keine einmalige Kapitalauszahlung bei Rentenbeginn wünschst – lebenslang eine monatliche Rente gezahlt.
Mehr erfahren über die private Rentenversicherung
Eine weitere Option für die private Altersvorsorge ist die Kapitallebensversicherung. Sie kombiniert den Vermögensaufbau mit der finanziellen Absicherung von Angehörigen. Das Prinzip: Deine Beiträge teilen sich auf in Kosten des Versicherers, Todesfallschutz und Sparanteil. Dieser Sparanteil liegt je nach Vertrag zwischen 60 und 90 Prozent. Das angesparte Kapital wird dir entweder ausgezahlt oder du bekommst es als lebenslange monatliche Rente. Solltest du vorher sterben, zahlt der Versicherer die vertraglich vereinbarte Versicherungssumme an die im Vertrag benannten Hinterbliebenen aus.
Mehr erfahren über die Kapitallebensversicherung
Auch Kapitallebens- und Rentenversicherungen sind im Kern Sparpläne. Eine Alternative dazu sind Immobilien. Das mietfreie Wohnen gilt als indirekte Altersvorsorge, da ja Mietzahlungen wegfallen. Und wer Immobilien vermietet, hat Mieteinnahmen – und vorher Steuervorteile, etwa durch Abschreibungen.
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