Welche gesetzliche Krankenversicherung ist die beste für Selbstständige?


Oliver Altvater
Autor
Vergleich gesetzlicher Krankenversicherungen
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) lohnt sich für Selbstständige besonders, wenn sie ihre Familie mitversichern wollen oder das Einkommen deutlich schwankt.
Wir vergleichen eine große Auswahl an Anbietern, bieten jedoch keinen vollständigen Marktüberblick. Die Sortierung der gezeigten Anbieter findet in alphabetischer Reihenfolge statt. Alle Angaben und Konditionen sind ohne Gewähr und können sich ändern. Maßgeblich sind stets die Informationen auf der Website des jeweiligen Anbieters. Bitte prüfe die Details vor dem Abschluss direkt dort. GKV-versicherte Angehörige können unter Voraussetzungen beitragsfrei familienversichert werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Als Selbstständige:r zahlst du deinen gesetzlichen Krankenversicherungsbeitrag komplett selbst.
- Die GKV lohnt sich besonders dann für dich, wenn du deine Familie mitversichern willst, dein Einkommen schwankt oder du planbare Beiträge schätzt.
- Prüfe diese drei Punkte früh: Mindestbeitrag, Krankengeld und die Bedingungen für einen Wechsel zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung (GKV und PKV).
Der erste Auftrag ist unterschrieben, dein Geschäftskonto steht und schon stellt sich die Frage: Wer zahlt jetzt deine Krankenversicherung? Die GKV gibt dir eine stabile Basis. Dein Beitrag richtet sich nach deinem Einkommen, und du kannst Familienmitglieder mitversichern.
Weshalb ist die GKV für mich als Selbstständige:r so folgenreich?
Krankenversichern musst du dich auch als Selbstständige:r, entweder über die freiwillige GKV oder die PKV. Den GKV-Beitrag zahlst du alleine, ohne Arbeitgeberzuschuss, was die GKV zu einem deiner größten Kostenblöcke macht.
Von der PKV kannst du nur unter engen Voraussetzungen wieder zurück in die GKV wechseln. Entscheide dich daher bewusst und nicht nur nach der Beitragshöhe. Die GKV passt gut, wenn du Familie hast, dein Einkommen schwankt oder du kalkulierbare Beiträge willst. Automatisch günstiger ist sie jedoch nicht.
Kann ich mich freiwillig gesetzlich versichern?
Freiwillig gesetzlich versichern kannst du dich als Selbstständige:r vor allem dann, wenn du vorher bereits gesetzlich versichert warst. Du musst entweder in den letzten zwölf Monaten durchgehend gesetzlich versichert gewesen sein oder innerhalb der letzten 5 Jahre mindestens 24 Monate.
Kommst du direkt aus einem Angestelltenverhältnis, greift meist die obligatorische Anschlussversicherung. Du bleibst solange freiwillig gesetzlich versichert, bis du dich aktiv für die PKV entscheidest. Das vermeidet eine Versicherungslücke.
Kläre außerdem früh mit deiner Krankenkasse, ob sie deine Selbstständigkeit als haupt- oder nebenberuflich einstuft; insbesondere, wenn du in Teilzeit angestellt bist und nebenbei selbstständig arbeitest.
Wovon profitiere ich bei der GKV als Selbstständige:r?
Freiwillig gesetzlich versichert bekommst du als Selbstständige:r denselben Leistungsumfang wie Angestellte: ambulante und stationäre Behandlungen, Medikamente, Vorsorge und Reha.
Beachte:
- Familienversicherung: Ehepartner:innen und Kinder können beitragsfrei mitversichert werden. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber der PKV, in der jedes Familienmitglied einen eigenen Vertrag braucht.
- Krankengeld: Diesen Schutz wählst du aktiv dazu. Ohne Krankengeld zahlst du 14 Prozent, mit Krankengeld 14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag. Ab der siebenten Krankheitswoche fängt die GKV einen Teil deines Verdienstausfalls auf – ein Polster für Miete und laufende Kosten.
Was kostet mich die gesetzliche Krankenversicherung?
Dein Beitrag richtet sich nach deinem beitragspflichtigen Einkommen, mit klaren Grenzen nach oben und unten:
Mit Mindestbemessungsgrundlage, 2,9 Prozent Zusatzbeitrag und Krankengeld liegst du 2026 bei rund 278 bis 286 Euro monatlich inklusive Pflege. Der Höchstbeitrag liegt bei rund 1.261 Euro. Praxistipp: Halte deine Unterlagen stets aktuell, denn: Reichst du Einkommensnachweise verspätet ein, stuft dich die Kasse vorübergehend mit dem Höchstsatz ein.
Wann wird die Entscheidung kompliziert für mich?
Besonders genau hinschauen lohnt sich:
- Sehr niedriger Gewinn: Die Mindestbemessungsgrundlage gilt auch bei Verlust. Plane sie daher fest in deinen Finanzplan ein.
- Sehr hohes Einkommen: Dein Beitrag steigt nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze und bleibt danach konstant – ein Vorteil gegenüber der PKV.
- Familie: Die beitragsfreie Mitversicherung spart bei mehreren Familienmitgliedern spürbar Geld.
- Rückkehr aus der PKV: Ohne neuen Versicherungspflichttatbestand kommst du nicht automatisch zurück in die GKV. Ab etwa 55 Jahren wird der Weg zusätzlich enger.
- Sondergruppen: Künstler:innen, Publizist:innen und bestimmte freie Berufe prüfen ihre Absicherung getrennt, etwa über die Künstlersozialkasse. Prüfe das getrennt und vermische es nicht mit der normalen freiwilligen GKV für Selbstständige.
Entscheide bei der Kassenwahl nicht nur nach dem Zusatzbeitrag, denn Service, digitale Prozesse und Erreichbarkeit machen im Alltag oft den Unterschied, insbesondere wenn du keine Personalabteilung im Rücken hast und deine Krankenversicherung selbst managen musst.