Lohnt sich eine private Rentenversicherung für mich?


Michael Prellberg
Autor
Das Wichtigste in Kürze
- Die private Rentenversicherung funktioniert wie ein Sparplan zur Altersvorsorge. Ihre Besonderheit: Sie garantiert eine lebenslange Zusatzrente.
- Die private Zusatzrente zur gesetzlichen Rente erlaubt es dir, deinen Lebensstandard auch im Ruhestand ohne Abstriche zu halten.
- Deine eingezahlten Beiträge werden angelegt. Möglich sind fondsgebundene Verträge, feste Zinssätze und eine Mischung aus beiden.
Die staatliche Rente wird nicht ausreichen? Dann solltest du über eine private Rentenversicherung nachdenken: Mit dem angesparten Geld zahlt dir der Versicherer eine garantierte lebenslange Rente – und hilft dir so, die Rentenlücke zu schließen.
Weshalb brauche ich eine private Rentenversicherung?
Wenn du dich auf die gesetzliche Rente verlässt, um deinen Lebensabend zu finanzieren, wirst du dich einschränken müssen. Häufig ist diese Rente nicht einmal halb so hoch wie dein letztes Bruttoeinkommen. Du solltest also vorsorgen, um entspannt in den Ruhestand wechseln zu können.
Mit der privaten Rentenversicherung schließt du die sogenannte Rentenlücke. Ihre Besonderheit: Sie garantiert dir lebenslang eine monatliche Rente – selbst wenn du weit über 100 Jahre alt werden solltest. Damit schützt dich die private Rentenversicherung vor dem Langlebigkeitsrisiko – also davor, dass dein Geld im Alter aufgebraucht ist, obwohl du noch viele Jahre davon leben müsstest.
Was ist eine private Rentenversicherung?
Die private Rentenversicherung ist eigentlich ein Sparplan im Gewand einer Versicherung. Sie ist zugleich eine Wette auf ein langes Leben: Je länger du lebst, desto wahrscheinlicher erhältst du mehr an Rentenzahlungen, als du zuvor an Geld eingezahlt hast.
Du zahlst bei der privaten Rentenversicherung üblicherweise monatlich einen festen Betrag ein. Das Geld wird vom Versicherer angelegt. Dabei gibt es drei Varianten:
- Fondsgebunden: Die Beiträge werden in Investmentfonds oder ETFs investiert. Das erlaubt hohe Renditen. Allerdings sind an der Börse erhebliche Kursschwankungen möglich – Verluste inklusive. Diese Variante solltest du wählen, wenn bis zum Versicherungsfall noch viel Zeit vergehen wird.
- Klassisch: Der Versicherer garantiert einen festen Zinssatz. Der ist allerdings aufgrund des aktuellen Zinsniveaus eher niedrig, gelegentlich ist der Zins sogar niedriger als die Inflationsrate. Dann verliert dein angespartes Geld real an Wert.
- Hybrid: Die Basis legt ein klassischer Garantiezins. Dazu werden Anteile in Fonds oder ETFs investiert, um von möglichen Kurssteigerungen an den Börsen zu profitieren. Dadurch wird das Risiko fallender Börsenkurse gemindert – ebenso allerdings die Chance auf höhere Renditen.
Du kannst auch größere Beiträge – etwa aus einer Erbschaft – auf einen Schlag als private Rentenversicherung anlegen und mit Beginn der Rente scheibchenweise auszahlen lassen.
Welche Leistungen bietet mir die private Rentenversicherung?
Die private Rentenversicherung versorgt dich mit einer lebenslangen monatlichen Rente. Du kannst dir das angesparte Kapital allerdings auch zum Rentenbeginn ganz oder teilweise auszahlen lassen.
Entscheidest du dich für die monatliche Rentenzahlung, musst du zwischen einer dynamischen und einer konstanten Rente wählen. Bei der konstanten Rente bleibt die monatlich gezahlte Summe über die Jahre gleich – verliert also durch die Inflation allmählich an Wert. Um das zu vermeiden, steigt die dynamische Rente im Laufe der Jahre.
Lohnt sich eine private Rentenversicherung für mich?
Was auf jeden Fall sinnvoll und häufig notwendig ist: die gesetzliche Rente aufzustocken, damit du dich im Alter finanziell nicht einschränken musst. Diese Aufgabe erfüllt die private Rentenversicherung.
Sinnvoll ist ein Abschluss vor allem, wenn dein Arbeitgeber die private Rentenversicherung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge anbietet. Dabei schließt der Arbeitgeber den Vertrag ab und zahlt, steuerlich begünstigt, einen Teil deines Bruttolohns als Beitrag an den Versicherer.
Aus Sicht der Verbraucherzentralen sind private Rentenversicherungen ansonsten bedingt empfehlenswert. Sie monieren, dass häufig die Hälfte der Erträge durch Abschluss-, Vertriebs- und laufende Kosten verloren geht. So wird bei der klassischen Rentenversicherung lediglich der Anteil des Beitrags verzinst, der nicht für Provisionen, Verwaltung oder Risikoschutz verwendet wird, und dieser Anteil kann durchaus mehr als 10 Prozent betragen. Das geht auf Kosten deiner Rendite.
Renditefreundlicher sind ganz normale Sparpläne – vor allem, wenn sie auf ETFs mit geringen Kosten setzen. Für deine Rente lässt sich ein ETF-Sparplan durch einen Auszahlplan in ein regelmäßiges Zusatzeinkommen umwandeln. Dabei wird das angesparte Kapital schrittweise an dich ausgezahlt.
Mehr erfahren über ETF-Sparpläne
Der Unterschied zur privaten Rentenversicherung: Ist dein Kapital aufgebraucht, enden die Zahlungen. Die private Rentenversicherung hingegen zahlt weiter, bis ans Lebensende. Allerdings kalkulieren die Versicherer vorsichtig: Du musst weit über 90 Jahre alt werden, um mehr aus der Versicherung herauszuholen, als du eingezahlt hast.
Welche private Rentenversicherung ist die passende für mich?
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