Lohnt sich eine Rechtsschutzversicherung für mich?


Michael Prellberg
Autor
Privatrechtsschutzversicherungen im Vergleich
Rechtsschutz nimmt dir das finanzielle Risiko eines Rechtsstreits ab. Er ist modular aufgebaut, mit Privat, Verkehr, Arbeit und Wohnen als wichtigste Bausteine.
Wir vergleichen eine große Auswahl an Anbietern, bieten jedoch keinen vollständigen Marktüberblick. Die Sortierung der gezeigten Anbieter findet in alphabetischer Reihenfolge statt. Alle Angaben und Konditionen sind ohne Gewähr und können sich ändern. Maßgeblich sind stets die Informationen auf der Website des jeweiligen Anbieters. Bitte prüfe die Details vor dem Abschluss direkt dort. Die Berufs-, Verkehrs und Wohn-Rechtsschutzversicherung sind Zusatz-Bauteine der Privatrechtsschutzversicherung und können nur in Kombination mit dieser abgeschlossen werden. * Die Richtwerte gelten für das Rechtsschutzpaket inkl. Privat- und Berufsrechtsschutz (ggf. auch mit Verkehr) für 30-Jährige, wohnhaft in Berlin mit geringstmöglicher Selbstbeteiligung und ohne Vorschäden in den letzten fünf Jahren, die nicht im öffentlichen Dienst arbeiten.
Das Wichtigste in Kürze
- Recht haben oder Recht bekommen? Rechtsschutzversicherungen nehmen dir das finanzielle Risiko eines Rechtsstreits ab.
- Rechtsschutz ist modular aufgebaut. Die vier wichtigsten Bausteine sind: Privat, Verkehr, Arbeit und Wohnen.
- Die Rechtsschutzversicherung übernimmt Anwaltskosten, Gerichtsgebühren, Zeugengelder und Sachverständigenhonorare.
Zum Glück landet nicht jeder Streit vor Gericht. Aber wenn, kann es teuer wird. Damit du nicht aus finanziellen Gründen auf dein gutes Recht verzichten musst, sichert die Rechtsschutzversicherung dich ab. Sie übernimmt Anwaltskosten, Gerichtsgebühren, Zeugengelder und Sachverständigenhonorare im Privaten, im Beruf, im Verkehr oder beim Wohnen.
Was nützt mir eine Rechtsschutzversicherung?
Manchmal geht im Urlaub alles schief: Unterwegs ein Autounfall, angekommen Betonfassade statt Meerblick und nachher will der Arbeitgeber auch noch deinen Resturlaub verfallen lassen. So nicht! Doch wenn du dir anwaltliche Hilfe besorgt, musst du tief in die Tasche greifen. Landet der Fall vor Gericht, wird es noch teurer. Davor schützen Rechtsschutzversicherungen: Um das Schmerzensgeld beim Autounfall kümmert sich der Verkehrsrechtsschutz, um den Schadenersatz beim Reiseveranstalter wegen der tristen Aussicht der Privatrechtsschutz und um den Zwist mit dem Arbeitgeber der Berufsrechtsschutz.
Das Urlaubsbeispiel zeigt, wie schnell sich unterschiedliche Streitfälle entwickeln können. Und warum Rechtsschutz wie ein Baukasten aufgebaut ist: Du brauchst nur die Bausteine, die in deinem Leben wichtig sind. Die verschiedenen Bausteine lassen sich zu Paketen kombinieren, also etwa ein Privat- mit einem Verkehrsrechtsschutz oder der Privat- mit dem Berufsrechtsschutz. Oder alle drei zusammen. Oder noch den Baustein „Wohnen“ oben drauf.
Alle Rechtsstreitigkeiten lassen sich übrigens nicht versichern: Weder bei Verbrechen noch bei Auseinandersetzungen um Spiel- oder Wettverträge greift Rechtsschutz. Dasselbe gilt für Anlagegeschäfte, Urheberrechtsverstöße, Streitigkeiten um Baurechte und auch Scheidungen.
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Welche Leistungen bieten Rechtsschutzversicherungen?
Rechtsschutz deckt vor allem juristischen Streit im Privaten, im Beruf, im Verkehr oder beim Wohnen ab. Dabei unterscheiden sich die Versicherungsbedingungen je nach Anbieter zum Teil erheblich.
Leistungen im Privatrechtsschutz
Der Privatrechtsschutz umfasst ein breit geschnürtes Bündel an möglichen Konflikten:
- Verträge: Der Rechtsschutz greift, wenn du Ärger mit Online-Händlern hast, die Handwerker gepfuscht haben oder du wegen Reisemängeln vom Veranstalter Geld zurückverlangst.
- Schadensersatz: Nach einem Unfall oder einer ausgefallenen Reise hilft der Rechtsschutz, Schadensersatzansprüche durchzusetzen.
- Steuer: Das Finanzamt tut sich mitunter schwer, Sonderausgaben, Werbungskosten oder außergewöhnliche Belastungen anzuerkennen. Solche Fälle landen gelegentlich vor Gericht.
- Strafrecht: Die Versicherung gilt für Ordnungswidrigkeiten, Verkehrsdelikte und fahrlässige Vergehen. Vorsätzlich begangene Taten werden von der Police nicht abgedeckt.
- Internet: Immer mehr Rechtsschutztarife gewähren anwaltliche Hilfe, wenn beispielsweise dein Konto gehackt wurde oder gar deine digitale Identität gestohlen wurde.
Leistungen im Berufsrechtsschutz
Diese Rechtsschutzversicherung deckt rechtliche Auseinandersetzungen rund um Abmahnungen, Kündigungen und Abfindungen ab. Sie greift ebenso, wenn Lohn nicht gezahlt oder Urlaub nicht gewährt wird. Auch wenn dein Arbeitszeugnis nicht zufriedenstellend ausfällt und es daher zu einem juristischen Zwist kommt, springt der Berufsrechtsschutz ein.
Mehr erfahren über Berufsrechtsschutzversicherung
Leistungen im Verkehrsrechtsschutz
Wer beschuldigt wird, einen Verkehrsunfall verursacht zu haben, braucht erst einmal keinen Rechtsschutz: Die Gerichts- und Anwaltskosten dafür übernimmt die Kfz-Versicherung.
Mehr erfahren über Kfz-Versicherung
Wenn du jeden Tag größere Strecken mit dem Auto zurücklegst und umfassend abgesichert sein willst, solltest du auf einen Verkehrsrechtsschutz zurückgreifen können. Er kommt ins Spiel, wenn Schadensersatz- oder Schmerzensgeldansprüche gestellt werden. Er greift ebenso, wenn es Ärger bei Kauf, Miete oder Reparatur eines Fahrzeugs gibt. Auch bei Streitigkeiten um Bußgelder oder Führerscheinentzug übernimmt die Versicherung die Anwalts- und Gerichtskosten. Auch wenn du einer Straftat wie Fahrerflucht bezichtigt wirst, kannst du mit dem richtigen Tarif Rechtsschutz erhalten.
Leistungen im Wohnungsrechtsschutz
Im Wohnungsrechtsschutz sind Konflikte um Mieterhöhungen, Kündigungen wegen Eigenbedarf und Räumungsklagen abgedeckt. Dasselbe gilt, wenn der Streit um Nebenkostenabrechnungen vor Gericht landet. Auch bei Streitigkeiten zwischen Nachbarn übernimmt der Rechtsschutz die Kosten. Eine Wohnungsrechtsschutzversicherung kannst du nur gemeinsam mit anderen Bausteinen abschließen, meist ist das der Privatrechtsschutz.
Für bestimmte Bereiche wie Arbeits- oder Mietrecht gilt in den meisten Policen eine Wartezeit von drei Monaten ab Versicherungsbeginn. So wollen sich die Anbieter davor schützen, dass die Versicherung erst abgeschlossen wird, wenn juristischer Ärger bereits absehbar ist. Wenn deine Kündigung also schon im Briefkasten liegt oder dein Vermieter bereits mit Klage droht: leider zu spät!
Beim Verkehrsrechtsschutz gibt es keine Wartezeit: Wirst du direkt nach der Vertragsunterschrift in einen Verkehrsunfall verwickelt, greift der Versicherungsschutz sofort.
Sobald der Versicherer eine Leistung zusagt, übernimmt er die Kosten. Du gehst nicht in Vorleistung, doch der Versicherer kann eine Kostenübernahme ablehnen, mangelt es dem Rechtsstreit an Erfolgsaussichten. Ob die Ablehnung gerechtfertigt ist, kannst du in einem außergerichtlichen Verfahren überprüfen lassen.
Wie sinnvoll ist eine Rechtschutzversicherung?
Auch wenn Deutschland als Land der „Streithanseln“ gilt: Mehr als drei Viertel der Deutschen waren in den vergangenen zehn Jahren bei keinem Gerichtsprozess beteiligt, nicht einmal als Zeuge. Das Risiko, Rechtsschutz zu brauchen, ist also überschaubar.
Im Einzelfall kann das anders aussehen. Wer bei der Arbeit gerade turbulente Zeiten erlebt, ist mit einem Rechtsschutz gut beraten. Dasselbe gilt beispielsweise für alle, die jeden Tag beruflich Hunderte von Kilometern mit dem Auto unterwegs sind und einen Rechtsschutz gut gebrauchen können. Oder für Mieter, die sich mit ihrem Vermieter überworfen haben.
Welche Kosten übernimmt die Rechtsschutzversicherung?
Akzeptiert der Anbieter, dass der Versicherungsfall eingetreten ist, übernimmt der Rechtsschutz
- Anwaltskosten
- Gerichtskosten,
- Gebühren für Zeugen und Sachverständige,
- Kosten des Prozessgegners, sollte das Gericht nicht in deinem Sinne entscheiden
- im Ausland auch Übersetzungs- und Fahrtkosten.
Nahezu jeder Versicherer trägt die Kosten für eine Mediation, also ein Gespräch zur Schlichtung.
Über die Hotline des Versicherers kannst du dich zudem telefonisch oder online beraten lassen, meist 24 Stunden am Tag an allen sieben Tagen der Woche.
Was macht eine gute Rechtsschutzversicherung aus?
Obwohl sich Streitigkeiten im Privaten, im Beruf, im Verkehr oder im Wohnen stark unterscheiden, lassen sich einige Kriterien finden, die für alle Bereiche gelten:
- Die Versicherungssumme ist idealerweise unbegrenzt.
- Der Schutz gilt auch im EU-Ausland.
- Außergerichtliche Mediationsverfahren sollten bezahlt werden.
- Zu allen versicherten Gebieten sollte eine telefonische Beratung möglich sein.
- Im Familientarif sind möglichst alle relevanten Personen mitversichert.
- Eine Selbstbeteiligung senkt die Beiträge spürbar.
Was kostet eine Rechtsschutzversicherung?
Die jährlichen Kosten für eine einzelne Rechtsschutzversicherung liegen meist zwischen 150 und 300 Euro. Die Beiträge richten sich nach dem gewünschten Leistungsumfang und der Höhe der Selbstbeteiligung. Die liegt üblicherweise zwischen 150 und 250 Euro.
Da Rechtsschutz wie ein Baukasten aufgebaut ist, können die verschiedenen Bereiche miteinander zu Paketen kombiniert werden. Wenn du etwa eine Police wählst, die sowohl Berufs- als auch Verkehrsschutz umfasst, zahlst du entsprechend mehr. Dann kommen schnell jährliche Beträge von mehr als 600 Euro zusammen.
Welche Rechtsschutzversicherung ist die passende für mich?
Rechtsschutz funktioniert wie ein Baukasten. Welche Bausteine du brauchst und welche nicht, ermittelst du am besten in einem persönlichen Gespräch.