Ist eine private Unfallversicherung sinnvoll für mich?


Michael Prellberg
Autor
Unfallversicherungen im Vergleich
Eine private Unfallversicherung hilft dir, wenn nach einem Unfall dauerhafte Beeinträchtigungen bleiben und daraus Kosten entstehen.
Wir vergleichen eine große Auswahl an Anbietern, bieten jedoch keinen vollständigen Marktüberblick. Die Sortierung der gezeigten Anbieter findet in alphabetischer Reihenfolge statt. Alle Angaben und Konditionen sind ohne Gewähr und können sich ändern. Maßgeblich sind stets die Informationen auf der Website des jeweiligen Anbieters. Bitte prüfe die Details vor dem Abschluss direkt dort. Verglichen werden leistungsstarke Tarife für Erwachsene. Eine belastbare Beitragsrangliste ist ohne einheitliches Musterprofil nicht möglich, der Beitrag unter anderem abhängig von Alter und Beruf. Die Invaliditätsgrundsumme wird individuell vereinbart. Eine Progression von 500 % bedeutet z. B., dass bei Vollinvalidität höchstens das Fünffache dieser Grundsumme ausgezahlt wird. Beitrags-Hinweis: Die Monatsbeiträge beruhen auf unterschiedlichen Musterprofilen (verschiedene Grundsummen, Progression, Alter/Beruf) und sind daher NICHT direkt miteinander vergleichbar. Jahresbeitrag = Monatsbeitrag × 12, sofern nicht anders angegeben.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine private Unfallversicherung hilft dir, wenn nach einem Unfall dauerhafte Beeinträchtigungen bleiben und daraus Kosten entstehen, etwa für Umbauten in der Wohnung, für Reha oder Betreuung.
- Eine gute Unfallversicherung bietet eine hohe Invaliditätssumme und eine starke Progression. Achten solltest du auch auf einen fairen Umgang mit Vorerkrankungen und darauf, was überhaupt als Unfall gilt.
- Wichtiger als die private Unfallversicherung ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie sichert dein Einkommen nach Unfällen und nach Krankheiten.
Ein Sturz mit dem Rad, unachtsames Hantieren auf der Leiter, eine Kollision beim Sport: Solche Unfälle schmerzen erst körperlich, dann finanziell. Eine private Unfallversicherung puffert auch die Folgen von schweren Unfällen ab, die in der Freizeit passieren.
Warum brauche ich eine private Unfallversicherung?
Die private Unfallversicherung soll vor allem die finanziellen Folgen einer dauerhaften Invalidität nach einem Unfall abfedern, und zwar insbesondere bei Freizeit-, Sport- oder Haushaltsunfällen. Mit "Invalidität" ist gemeint, dass du nach dem Unfall dauerhaft beeinträchtigt bist. Das kann ein steifes Knie sein, Schwerhörigkeit auf einem Ohr oder auch ein amputiertes Bein. Das ist nicht nur körperlich einschränkend, sondern kann ausgesprochen teuer werden: Vielleicht stehen Umbauten in der Wohnung an, Reha-Maßnahmen oder es muss Betreuung organisiert werden.
Falls du eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) hast, schützt sie dein Einkommen nach Unfällen – dann kannst du auf eine private Unfallversicherung eigentlich verzichten. Die wird vor allem dann interessant, wenn du keine oder nur eine begrenzte BU-Absicherung hast. Interessant ist die private Unfallversicherung insbesondere für:
Familien mit Kindern
Kinder haben keinen gesetzlichen Berufsunfallschutz, Freizeit- und Haushaltsunfälle sind deshalb ein zentraler Grund für private Absicherung. Achte bei Kindertarifen auf hohe Invaliditätssummen und Leistungen für Reha und Betreuung.
Selbstständige und Freiberufler:innen
Sie sind oft nicht oder nur freiwillig gesetzlich unfallversichert. Dadurch kann die private Unfallversicherung für sie einen größeren Stellenwert haben, auch wenn sie eine BU nicht ersetzt.
Sportliche und Reisende
Wer viel im Ausland ist oder risikoreiche Hobbys hat, sollte auf weltweiten Schutz, mögliche Ausschlüsse und einen möglichst weiten Unfallbegriff achten. Zwischen gelegentlichem Wanderurlaub und regelmäßigem Downhill-Biken liegen versicherungstechnisch eben Welten.
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Welche Leistungen bietet die private Unfallversicherung?
Im Mittelpunkt steht die Invaliditätsleistung. Das ist die Zahlung, die du bekommst, wenn nach einem Unfall eine dauerhafte Beeinträchtigung bleibt, entweder als Einmalzahlung oder als Rente. Als Invaliditätssumme empfehlen wir, mindestens 100.000 Euro anzusetzen.
Wie viel Geld du bekommst, wird anhand der Gliedertaxe bestimmt. Sie legt fest, welcher Invaliditätsgrad für den Verlust oder Funktionsverlust bestimmter Körperteile angesetzt wird. Je höher der Prozentsatz in der Gliedertaxe, desto höher auch die Auszahlung. Achte vor dem Unterschreiben der Police darauf, wie hoch die Progression ausfällt. Sie erhöht die Auszahlung bei hohen Invaliditätsgraden überproportional, zum Beispiel auf 225, 350 oder 500 Prozent. Gerade bei schweren Unfällen verwandelt die Progression die Grundsumme im Ernstfall in ein wirklich tragfähiges Polster.
Worauf du noch achten solltest, bevor du eine Police unterschreibst:
- Wann ist ein Unfall ein Unfall? Er ist versicherungstechnisch definiert als plötzlich von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis. Alle anderen Unfällen, vom Fall von der Leiter bis zur Lebensmittelvergiftung, sind oft nur eingeschränkt mitversichert.
- Der Mitwirkungsanteil legt fest, ob bestehende Krankheiten oder Gebrechen die Versicherungsleistung mindern dürfen. Gerade wenn du schon älter bist oder Vorerkrankungen hast, kann das die Auszahlung spürbar reduzieren.
- Ein letzter Punkt sind die Ausschlüsse: Bist du oft auf Skiern, mit dem Mountainbike oder im Klettergurt unterwegs, können diese Sportrisiken ebenso ausgeschlossen oder zumindest begrenzt werden wie alkoholbedingte Unfälle.
Was kostet eine Unfallversicherung?
Die Kosten schwanken je nach Leistungsniveau, Alter und Zielgruppe deutlich. Gute Tarife für Erwachsene starten bei 60 Euro im Jahr, realistisch sind jährliche Summen zwischen 100 und 250 Euro.
Der Preis allein sagt wenig aus. Invaliditätssumme, Gliedertaxe, Progression, Unfallbegriff und Mitwirkungsanteil entscheiden darüber, ob dein Vertrag im Ernstfall nur gut klingt oder wirklich hilft.