Lohnt sich eine private Krankenversicherung für mich?


Michael Prellberg
Autor
Private Krankenversicherungen (PKV) im Vergleich
Vorzugsbehandlung dank privater Krankenversicherung hat ihren Preis. Umso wichtiger ist es, jetzige und künftige Kosten durchzurechnen.
Wir vergleichen eine große Auswahl an Anbietern, bieten jedoch keinen vollständigen Marktüberblick. Die Sortierung der gezeigten Anbieter findet in alphabetischer Reihenfolge statt. Alle Angaben und Konditionen sind ohne Gewähr und können sich ändern. Maßgeblich sind stets die Informationen auf der Website des jeweiligen Anbieters. Bitte prüfe die Details vor dem Abschluss direkt dort. Die Tabelle richtet sich an Angestellte. Gezeigt werden Vollkostentarife mit 100 Prozent ambulanter Arztbehandlung, privatärztlicher stationärer Behandlung mit Einbett-/Zweibettzimmer und mindestens 85 Prozent Zahnersatz. Einsteigertarife, Beihilfe-, Basis-/Standard- und reine Zusatzversicherungen sind ausgeschlossen. Beitragsangaben sind offizielle Anbieterbeispiele. Alter, Gesundheitsprüfung, Beruf, Einkommen, Krankentagegeld, Pflegepflichtversicherung, gesetzlicher Zuschlag, Arbeitgeberzuschuss sowie Bonus- und Rückerstattungsannahmen unterscheiden sich.
Das Wichtigste in Kürze
- Die private Krankenversicherung lohnt sich für dich vor allem dann, wenn du viel Geld verdienst – oder einen Beamtenstatus hast.
- Mit einer privaten Krankenversicherung profitierst du von besseren Leistungen wie beispielsweise schnelleren fachärztlichen Terminen.
- Die Höhe der Beiträge richtet sich nach deinem Alter, deinem Beruf und deiner Gesundheit – und steigt regelmäßig bis ins hohe Alter.
Die Fachärztin hat sofort einen Termin für dich frei, im Krankenhaus gibt’s ein Einzelzimmer und zur Visite kommt der Chefarzt persönlich. Vorzugsbehandlung dank privater Krankenversicherung, kurz PKV, hat allerdings ihren Preis. Die Beiträge steigen mit zunehmenden Alter, auch noch während der Rente. Den Abschluss einer PKV solltest du dir daher reiflich überlegen.
Warum brauche ich eine private Krankenversicherung?
Die PKV ist nie Pflicht, sondern bestenfalls eine Option. Für dich kann sie attraktiv sein, wie du für bessere Leistungen als in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) zu zahlen bereit bist. Wenn du privat versichert bist, bekommst du bei Fachärzt:innen schneller einen Termin, wirst im Krankenhaus besser untergebracht und hast Anspruch auf chefärztliche Behandlung.
Während sich deine Beiträge bei der GKV nach deinem Bruttoeinkommen richten, ist das bei der privaten Krankenversicherung anders: Die Kosten orientieren sich an deinem Alter, deinem Gesundheitszustand und dem gewünschten Leistungsportfolio.
Worauf du achten solltest, wenn du mit dem Abschluss einer PKV liebäugelst:
- Angestellte müssen mehr als 77.400 Euro brutto im Jahr (Stand 2026) verdienen, um sich privat versichern zu dürfen. Wer unterhalb dieser Schwelle bleibt, muss auch in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben.
- Beamtinnen und Beamte hingegen sollten sich privat versichern, unabhängig vom Einkommen. Der Dienstherr übernimmt einen Großteil der Kosten.
- Selbstständige dürfen sich ebenfalls unabhängig von ihrem Einkommen privat versichern, müssen allerdings gut verdienen, um sich steigenden PKV-Beiträge langfristig leisten zu können.
Du bist dir noch nicht sicher, was du brauchst?
Lass dich kostenlos und unverbindlich von einem Experten beraten!

Welche Leistungen bietet die private Krankenversicherung?
Du kannst dir in der PKV die Leistungen aussuchen, für die du zu zahlen bereit bist. Besonders gefragt sind die freie Arztwahl und die Zusage der privaten Krankenversicherung, sämtliche Arzthonorare zu übernehmen. Vereinbarte Leistungen kann der Versicherer weder einschränken noch streichen.
- Unser Tipp: Schnüre das Leistungspaket großzügig! Bist du erst einmal erkrankt, kannst du Lücken im Versicherungsschutz in der Regel nicht mehr stopfen.
Wie die PKV-Police letztlich aussieht, hängt von deinem Gesundheitszustand, Alter, Beruf und deinen individuellen Bedürfnissen ab. Hast du dich erst einmal für einen bestimmten Tarif entschieden, wird es schwierig, die Vertragskonditionen zu ändern. Wer sich einen leistungsstarken Tarif nicht mehr leisten kann, muss einzelne Leistungen streichen oder in den Basistarif beziehungsweise (bei vor 2009 geschlossenen Verträgen) in den Standardtarif der jeweiligen PKV wechseln.
Der Wechsel zu einer anderen privaten Krankenversicherung lohnt sich selten. Da nur ein Teil der Altersrückstellungen (um ansteigende Beiträge im Alter abzumildern) mitgenommen werden kann, sind die Beiträge beim neuen Versicherer automatisch
höher. Wer erkrankt ist, wird große Schwierigkeiten haben, überhaupt einen aufnahmewilligen Versicherer zu finden. Auch ein Wechsel zur Gesetzlichen Krankenversicherung gestaltet sich kompliziert und ist nach dem 55. Geburtstag fast unmöglich.
Was kostet mich eine private Krankenversicherung?
2025 kostete eine PKV durchschnittlich 623 Euro im Monat. Wer verbeamtet war, zahlte durchschnittlich 256 Euro im Monat. Das liegt daran, dass der Arbeitgeber bei Beamt:innen einen Teil der Kosten als Beihilfe übernimmt. Die Beiträge können jedoch wesentlich höher liegen: je nach Alter, Gesundheitszustand und gewähltem Tarif.
Rechne damit, dass deine Beiträge vom frühem Vertragsabschluss bis zum Renteneintritt wenigstens verdreifachen, und weiter steigen. Deshalb empfehlen wir Dir, ob angestellt oder selbstständig, früh zu beginnen, monatlich möglichst viel anzusparen, um dir die PKV-Beiträge auch im Alter leisten zu können.
Die Beiträge für Beamt:innen steigen zwar ebenso, doch übernimmt die Beihilfe beim Eintritt in den Ruhestand einen höheren Anteil der Krankheitskosten, so dass sie ihre private Versicherung reduzieren können. Damit sind sie von Beitragserhöhungen weniger stark betroffen.
Bei Vorerkrankungen kommt häufig ein Risikozuschlag „on top“ auf den Versicherungsbeitrag. Gib alle Krankheiten wahrheitsgemäß an, denn: Stellt sich heraus, dass deine Angaben falsch oder unvollständig waren, kann dich das den Versicherungsschutz kosten.
Mithilfe der sogenannten Risikovoranfrage kannst du testen, wie ein bestimmter Versicherer auf eine Vorerkrankung reagiert. Dabei wird anonym (über einen Makler) eine Anfrage gestellt. Dann gibt es entweder eine Absage – oder einen Versicherungsvorschlag.
Eine kostenlose Mitversicherung für Kinder, Ehe- oder Lebenspartner gibt es bei der PKV nicht. Mitversicherte Erwachsene zahlen durchschnittlich 600 bis 800 Euro im Monat, für Kinder werden rund 150 Euro fällig.
Welche private Krankenversicherung ist die passende für mich?
Da ein Preis- und Leistungsvergleich hier besonders schwierig ist, empfehlen wir dir eine persönliche Beratung, um den für dich richtigen PKV-Anbieter zu ermitteln.