Geld, Vorsorge, Versicherungen: Dein Weg zur finanziellen Freiheit

Ein Mädchen wirft mit ihren Eltern eine Münze in ein Sparschwein.
Vollständig KI-generiert
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Michael Prellberg

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Das Wichtigste in Kürze

  • Je früher du für Notfälle und für später vorsorgst, desto eher erreichst du das Ziel auf deinem Weg zur finanziellen Freiheit.
  • Zahle so früh wie möglich regelmäßig in einen Sparplan ein – der Zinseszins-Effekt wird dich belohnen.
  • Versicherungen sind wichtig, doch nicht alle sind notwendig. Konzentriere dich auf die unverzichtbaren und die für deine Situation sinnvollen Versicherungen..

Du sollst so leben können, wie du willst. Dafür brauchst du das nötige Kleingeld – auch später noch. Dein Weg zur finanziellen Freiheit beginnt mit dem ersten Schritt. Die gute Nachricht: Dieser Weg ist gar nicht lang.

Warum muss ich mich um Geld, Vorsorge und Versicherungen kümmern?

Weil du sonst kein Geld hast, wenn du es brauchst. Oder du deine Rücklagen für einen Schaden aufbringen musst, gegen den du nicht versichert bist. Ja, das klingt wenig sexy, eher leicht bedrohlich. Der Wunsch, das Ganze auf „irgendwann später vielleicht“ zu verschieben, ist verständlich. Hilft aber nicht.

Wir versuchen, eine Schneise durch den Dschungel zu schlagen. Was ist wichtig, gar unverzichtbar? Was ist sinnvoll, aber nicht unbedingt notwendig? Und wovon solltest du lieber die Finger lassen?

Worauf sollte ich achten, damit mir das Geld nicht ausgeht?

Die offensichtliche Antwort: nicht mehr ausgeben, als du hast. Das klingt banal, aber wie man sich mit dem Ausreizen diverser Kreditkarten an den Rand des Ruins und darüber hinaus bringt, ist nicht nur Stoff für TV-Formate, sondern Realität. Mehr als fünf Millionen der Erwachsenen in Deutschland sind laut Schuldneratlas überschuldet, das sind mehr als 8 Prozent.

Natürlich macht es mehr Spaß, Geld auszugeben, als sich kleinere oder größere Freuden zu versagen. Gleichwohl lohnt es sich, einfach mal zwei oder drei Monate aufzuschreiben, wohin dein Geld eigentlich wandert. Ideal ist eine 50-20-30-Verteilung: Die Hälfte für Fixkosten, 20 Prozent werden gespart und 30 Prozent ausgegeben, für was auch immer. Deine Verteilung sieht anders aus? Weil das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich so ist, gibt es auch keinen Grund zum Hadern. Aber vielleicht hast du ja die eine oder andere Idee, wo sich sparen ließe. Damit nicht in den letzten Monatstagen der Dispo, der ja auch kostet, und das nicht zu knapp, genutzt werden muss.

Auch wenn Sparen schwer fällt: Auf einen Notgroschen solltest du auf alle Fälle zurückgreifen können. Wenn das Auto eine Reparatur braucht, die Waschmaschine es nicht mehr tut oder ein neuer Laptop gebraucht wird, willst du eine finanzielle Reserve zurückgreifen können. Das sollte möglichst nicht auf dem Girokonto schlummern, sondern als Tagesgeld angelegt werden, aus gleich zwei Gründen:

  1. Es ist verführerisch, den Notgroschen auf dem Girokonto anzupacken, auch wenn gar kein Notfall vorliegt.
  1. Geld auf dem Girokonto verliert, da so gut wie keine Zinsen gezahlt werden, faktisch durch die Inflation an Wert. Auf Tagesgeldkonten liegt der Zinssatz meist über der Inflationsrate, dein Geld gewinnt also an Wert.

Faustregel: Das Polster auf dem Tagesgeldkonto sollte drei bis sechs Monatsgehälter betragen.

Wie gehe ich meine Vorsorge an?

Das Polster auf dem Tagesgeldkonto ist bereits ein erster gelungener Schritt. Der nächste: Sparen. Und zwar nicht die Summe, die am Monatsende übrig bleibt (weil dann im Zweifelsfall nichts übrig bleibt), sondern die Summe, die du bereits am Monatsanfang auf dein Sparplan-Konto verschiebst. Ist das Geld weg, kann es arbeiten und das tut es. Je länger du monatliche eine feste Summe sparst, um so effektiver kann der Zinseszins-Effekt greifen.

Um das an einem Beispiel zu veranschaulichen, rechnen wir mit einem Sparplan, für den du monatlich 50 Euro beiseite legst und der sich jährlich mit 5 Prozent verzinst.

  • Nach zehn Jahren hast du 7760 Euro eingezahlt, dazu kommen 1760 Euro an Zinsen und Zinseszinsen, also Zinsen, die du auf diese Zinsen bekommst.
  • Nach 20 Jahren hast du 12.000 Euro eingezahlt, dazu kommen jetzt bereits 8550 Euro an Zins und Zinseszins.
  • Nach 30 Jahren kommen zu den eingezahlten 18.000 Euro noch 23.6000 Euro an Zins und Zinseszins, das ist deutlich mehr als der eingezahlte Betrag.

Dieses Beispiel soll nicht nur den Zinseszins-Effekt veranschaulichen, sondern eine Kernbotschaft der Vorsorge transportieren: Je eher du anfängst, desto länger kann der Zinseszins-Effekt seinen Job tun. Du kannst bei der Vorsorge nicht früh genug anfangen! Und wenn 50 Euro derzeit zu viel scheinen: 10 Euro oder 20 Euro pro Monat sind immer drin und später kannst du ja aufstocken.

Welchen Sparplan wähle ich?

Und damit sind wir mitten im Dschungel. Jede Bank bietet eine Vielzahl von Sparplänen an. Und Versicherer koppeln beispielsweise Kapitallebens- und private Rentenversicherungen an Sparpläne. Weil sie alle erkannt haben, dass Sparpläne der Königsweg zum Vermögensaufbau ist.

Was sich grundsätzlich sagen lässt: Wenn es dir wirklich einzig und allein um den Vermögensaufbau geht, brauchst du dich nicht näher mit den Angeboten der Versicherer zu beschäftigen. Damit wären wir bei den Finanzdienstleistern und deren Angeboten, die sich in Risiko, Rendite und Flexibilität unterscheiden.

  • ETF-Sparpläne. Hier wird in börsengehandelte Indexfonds (ETFs) investiert. Da keine Fondsmanager entlohnt werden müssen, sind die laufenden Kosten niedrig. Das Risiko: Schwächelt die Börse, leiden auch die ETFs. Langfristig haben sich ETFs allerdings, zumindest bislang, als ausgesprochen rendite-stark herausgestellt.
  • Fonds-Sparpläne. Der Ansatz ist derselbe wie bei ETFs, doch wird hier auf Fonds gesetzt, die von Fondsmanagern gesteuert werden. Die wollen für ihre Arbeit bezahlt werden, was auf Kosten der Rendite geht.
  • Aktiensparpläne. Statt auf Fonds legst du den Fokus auf einzelne Aktien. Du wählst selbst dein Portfolio an Aktien aus, während die Bank sich komplett zurückhält.
  • Klassische Banksparpläne. Monatlich wird ein fester Betrag auf ein Spar-, Tagesgeld- oder Festgeldkonto eingezahlt. Das Risiko ist minimal, ebenso allerdings die Rendite.
  • VL-Sparpläne. Ein spezieller Sparplan, bei dem dein Arbeitgeber einen Teil deines Gehalts als „Vermögenswirksame Leistung“ anlegt, entweder in einem Sparplan oder in einem Bausparvertrag.
  • Bausparverträge. Sie kombinieren eine Ansparphase mit der Option auf ein zinsgünstiges Darlehen für den späteren Bau, Kauf oder die Modernisierung einer Immobilie.
  • Riester- und Rürup-Sparpläne: Beide Varianten werden staatlich gefördert, sind jedoch aufgrund enger Vorgaben nur selten die bestmögliche Wahl.

Unser Tipp: Wenn du keine Lust hast, dich im Dickicht der Möglichkeiten zu verirren, greife zu einem ETF-Sparplan und, falls dir das potenziell zu riskant erscheint, ergänze ihn durch einen klassischen Banksparplan.

Bevor du dich für einen bestimmten Sparplan entscheidest, solltest du schauen, wie gut das Angebot deiner Hausbank ist. Wer sich bei den Internetbrokern umschaut, findet häufig attraktivere oder passendere Angebote.

Welche Versicherungen brauche ich?

Niemand will durch ein Missgeschick in den finanziellen Ruin stolpern. Oder seinen Angehörigen unnötig Lasten aufbürden. Deshalb gibt es einige Pflichtversicherungen wie die Kfz- oder die Krankenversicherung. Die meisten Versicherungen allerdings sind freiwillig. Um es diplomatisch auszudrücken: Einige davon sind wichtiger als andere.

  • Private Haftpflichtversicherung: Sie kommt auf für Schäden, die du versehentlich anrichtest. Das kann der Rotwein auf dem Teppich sein oder die vom Tisch gefegte Vase, aber auch richtig teuer werden. Worst Case: Du rempelst versehentlich jemanden an, der stürzt unglücklich und ist fortan querschnittsgelähmt. Die Haftpflicht übernimmt die Kosten für Behandlung und Rente bis zur vereinbarten Deckungssumme.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Sie ist essenziell, falls du irgendwann nicht mehr in deinem Job arbeiten kannst. Die Berufsunfähigkeitsversicherung sorgt dafür, dass du deinen Lebensstandard trotz Krankheit oder Unfall halten kannst.
  • Hausratversicherung: Sie schützt dein bewegliches Eigentum (den Hausrat), also Möbel, Elektronik, Kleidung und Wertsachen. Anders als die ersten beiden Versicherungen ist sie nicht unverzichtbar, aber sehr empfehlenswert.

Bei allen anderen Versicherungen gilt: Es kommt auf den Einzelfall an und darauf, welche Wünsche du hast und welche Risiken du abfedern willst. Zu den sinnvolleren Absicherungen zählen

  • die Risikolebensversicherung: Falls du Hauptverdiener:in in der Familie bist, würde dein Tod ein finanzielles Loch reißen. Das ist eines der größten Armutsrisiken in Deutschland. Die Risikolebensversicherung sichert deine Hinterbliebenen finanziell ab.
  • die Pflegezusatzversicherung: Die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung reichen selten aus, um die Pflegekosten zu decken. Eine Pflegezusatzversicherung kann diese Lücke schließen, fordert dafür allerdings auch recht hohe Beiträge ein.
  • die Wohngebäudeversicherung für Immobilienbesitzer: Sie versichert Schäden, die durch Leitungswasser, Sturm, Hagel, Feuer oder Blitzschlag entstehen.
  • die Auslandsreise-Krankenversicherung zahlt Behandlungen und medizinisch notwendige Rücktransporte.
  • die Hundehalterhaftpflicht: In einigen Bundesländern ist sie gesetzlich Pflicht, sinnvoll ist sie überall. Die Versicherung zahlt für Schäden, die dein Hund verursacht, denn der ist nicht in der privaten Haftpflicht mitversichert.

Solltest du feststellen, dass du für einige Versicherungen zahlst, die in dieser Liste nicht auftauchen: Prüfe gern kritisch, ob du sie wirklich brauchst.

Wie geht’s jetzt weiter?

Haben wir eine Schneise in den Dschungel schlagen können? Gut! Mit diesem Wissen solltest du im ersten Schritt mit einem Sparplan anfangen, damit legst du schon mal eine gute Basis zu deiner finanziellen Freiheit.

Parallel dazu kannst du für zwei, drei Monate ein Haushaltsbuch führen, um zu erkunden, wohin dein Geld verschwindet. Erfahrungsgemäß ist das sehr aufschlussreich und häufig überraschend!

Solltest du als Folge dieser Erkenntnisse am Monatsende mehr Geld als früher übrig bleiben, kannst du die Rate für deinen Sparplan anheben, nachdem du genügend Geld für den Notfall auf einem Tagesgeldkonto geparkt hast. Und wenn dann immer noch Geld übrig ist: have fun!

Die wichtigsten Fragen zur finanziellen Vorsorge