Sind Fonds für meine Geldanlage sinnvoll?

Eine ältere Mutter und ihr erwachsener Sohn sitzen nebeneinander in der Küche und essen einen Snack.
Vollständig KI-generiert
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Michael Prellberg

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Das Wichtigste in Kürze

  • Fonds streuen das Risiko beim Vermögensaufbau. Sie sind eine sinnvolle Wahl, falls du ihnen mindestens zehn oder besser 15 Jahre Zeit gibst.
  • Fonds bündeln Aktien thematisch. Du hast die freie Auswahl, wofür du dich entscheidest.
  • ETFs oder Indexfonds überzeugen mit guter Performance und niedrigeren Kosten gegenüber aktiv gemanagten Fonds.

Sicherheit bringt wenig Zinsen. Wenn du mit einer höheren Rendite liebäugelst, musst du dich an die Börse wagen, wo Aktien gehandelt werden. Dabei musst du keineswegs das Für und Wider von tausenden von Aktiengesellschaften abwägen, sondern kannst abkürzend in Fonds investieren. Sie bündeln Aktien – thematisch.

Warum brauche ich Fonds für meine Geldanlage?

Das Geld, das du anlegst, soll sich vermehren – durch Zinsen. Es gibt eine Vielzahl von Anlageprodukten, die dir einen festen Zins garantieren, allerdings ist der eher niedrig. Wenn du eine höhere Rendite anstrebst, musst du an die Börse. Du kannst in einzelnen Aktien investieren oder das Risiko streuen und auf Fonds setzen.

Mehr über Aktien als Geldanlage erfährst du in unserem Ratgeber

Fonds bündeln mehrere Aktien zu einem bestimmten Thema, beispielsweise

– Märkte wie Europa, Asien oder auch Schwellenländer (Emerging Markets)

– einzelne Länder wie Japan, Indonesien oder die USA

– Branchen oder Wirtschaftszweige wie Technologie, Energie oder Gesundheit

– verantwortungsvolles Unternehmenshandeln (Nachhaltigkeit)

Oder sie bilden einen Index ab, der genau solche Bündelungen widerspiegelt. Der bekannteste Index ist wohl der MSCI World, der die Kursentwicklung von mehr als 1000 Unternehmen aus zwei Dutzend Ländern abbildet. Mittlerweile gibt es für alle größeren Segmente mehrere Indizes, selbst spezielle Bereiche werden über einen entsprechenden Index abgebildet.

Der Vorteil dieser Index- oder ETF-Fonds: Sie brauchen kein aktives Management. In anderen Fonds suchen versierte Fondsmanager die Unternehmen aus, kaufen und verkaufen deren Aktien – alles mit dem Ziel, für dich die bestmögliche Rendite zu erzielen. Dafür lassen sie sich natürlich bezahlen, das wiederum schmälert deine Rendite. Zudem zeigen die vergangenen Jahrzehnte, dass es Fondsmanagern aller Expertise zum Trotz selten gelingt, den jeweiligen Index dauerhaft zu schlagen. Daher lohnt es sich fast immer, statt auf aktiv gemanagte Fonds auf ETF-Fonds zu setzen.

Was wir nicht unterschlagen wollen: Es gibt außer Aktienfonds auch

  • Rentenfonds: Sie legen Geld in festverzinslichen Wertpapieren wie Unternehmens- und Staatsanleihen an.
  • Mischfonds: Sie mischen Aktien- und Rentenfonds und können auch weitere Anlageformen aufnehmen.
  • Immobilienfonds: Über solche Fonds wird meist in Gewerbeimmobilien, aber auch in Wohnungen oder Grundstücke investiert.
  • Geldmarktfonds: Sie konzentrieren sich auf kurzfristige und sichere Anlagen wie Festgelder und Termineinlagen.
  • Rohstofffonds: Sie bilden die Wertentwicklung von Rohstoffen wie Gold, Erdöl oder auch Lithium ab.

Fonds unterscheiden sich – letzter Punkt, versprochen – auch danach, wie die Erträge verwendet werden.

Ausschüttend bedeutet: Du bekommst Dividenden und Zinsen ausgezahlt. Thesaurierend bedeutet: Erzielte Gewinne werden automatisch wieder angelegt.

Wir empfehlen thesaurierende Fonds, da so der Zinseszins greifen kann und dein Vermögen schneller wächst.


Welche Kennzahlen sind bei Fonds wichtig?

Der entscheidende Punkt ist die Rendite, allerdings ist er nicht der einzige. Je geringer die laufenden Kosten, desto höher kann auch die Rendite ausfallen. Darauf solltest du achten:

  • Wertentwicklung: Wie hat sich ein Fonds in den letzten zwölf Monaten, in den letzten fünf oder auch 20 Jahren entwickelt? So erkennst du, wie ein Fonds in unterschiedlichen Marktphasen abgeschnitten hat.
  • TER: Das ist die Gesamtkostenquote, also eine Kennzahl für wichtige laufende Kosten.
  • Volatilität: Sie zeigt, wie stark ein Fonds schwankt. Je höher sie ist, desto wilder geht es oft auf und ab.
  • Drawdown: Gemeint ist der maximale zwischenzeitliche Verlust. Diese Kennzahl zeigt dir, wie tief ein Fonds zwischenzeitlich abrutschen kann.
  • Sharpe Ratio: Sie setzt Rendite und Risiko ins Verhältnis.
  • Fondsvolumen und Handelbarkeit: Wichtig, damit sich ein Fonds als robust erweist und sich gut kaufen oder verkaufen lässt.

Wie teuer sind Fonds?

Kosten knabbern direkt an deiner Nettorendite. Deshalb ist die TER so wichtig, also die Gesamtkostenquote. Sie muss ausgewiesen werden und ist eine wichtige Vergleichsgröße, gerade wenn du zwei Fonds mit ähnlicher Strategie gegenüberstellst.

KriteriumWarum relevantWorauf du achten solltest
TERWirkt direkt auf die NettorenditeBei ähnlicher Strategie gezielt vergleichen
Weitere laufende KostenKönnen die tatsächliche Belastung erhöhenNicht nur auf die TER schauen
AusgabeaufschlagErhöht die EinstiegskostenVor dem Kauf prüfen, ob er anfällt
Nettorendite statt BruttorenditeZeigt den Ertrag nach Kosten realistischerKosten immer mit Performance zusammendenken

Ein Fonds mit etwas niedrigerer Bruttorendite kann unter dem Strich die bessere Wahl sein, wenn die Kosten deutlich schlanker sind.

Für den Kauf von Fonds brauchst du ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Dort werden deine Wertpapiere verwahrt, und darüber gibst du auch deine Kauf- und Verkaufsaufträge auf. Typische Kostenpunkte sind:

Ordergebühren für Kauf und Verkauf Depotgebühren für die Verwahrung Fremdspesen je nach Handelsplatz

Häufiges Kaufen und Verkaufen kann deine Rendite spürbar drücken, weil jedes Umschichten Geld kostet. Ständiges Trading erweist sich daher häufig als Renditekiller.

BereichWichtige Fakten
DepotWertpapierdepot bei Bank oder Online-Broker nötig.
KostenOrdergebühren, Depotgebühren, ggf. Fremdspesen.
Steuer auf Gewinne/Dividenden25 % Abgeltungsteuer zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer.
Steuerfreibetrag1.000 € für Einzelpersonen, 2.000 € für Paare mit Freistellungsauftrag.

Steuerlich gilt: Gewinne aus Aktienfondsverkäufen und Dividenden werden mit 25 Prozent Abgeltungsteuer besteuert. Mit einem Freistellungsauftrag kannst du den Sparer-Pauschbetrag nutzen, also 1.000 Euro als Einzelperson oder 2.000 Euro als Paar.

Wie groß ist mein Risiko bei einer Geldanlage mit Fonds?

Über einen Zeitraum von zehn und mehr Jahren lohnt sich – so zumindest die Erfahrung der vergangenen Jahrzehnte – ein Investment in Fonds. Dabei solltest du nicht auf einen einzigen Fonds setzen, sondern in mehrere ETFs investieren. Damit minderst du dein Risiko. Denn eine historisch positive Entwicklung garantiert nicht, dass es künftig so weitergeht.

Je länger deine Fonds aktiv sind – idealerweise mindestens 15 Jahre –, desto geringer das Risiko. Hast du allerdings nicht so viel Zeit, sind ETFs oder auch andere Fonds nicht unbedingt die beste Wahl. Damit du nicht während einer Schwächephase an der Börse verkaufen musst, solltest du parallel in festverzinsliche Alternativen wie Festgeld und Tagesgeld, Anleihen oder auch Rentenfonds investieren. Wenn du heute schon absehen kannst, dass du dein Geld in einigen Jahren brauchen wirst, solltest du auf solche festverzinsliche Anlagen setzen und nur ergänzend in ETFs investieren.

Die wichtigsten Fragen zur Geldanlage mit Fonds