Wie sinnvoll sind Aktien für mich als Geldanlage?

Eine Frau schaut bei Sonnenuntergang auf ihr Smartphone.
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Michael Prellberg

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Das Wichtigste in Kürze

  • Aktien unterstützen dich, Vermögen aufzubauen. Du beteiligst dich an Unternehmen und profitierst im besten Fall von Kursgewinnen und Dividenden.
  • Aktien sind vor allem für langfristige Investments zu empfehlen. Die Renditechancen sind höher als bei klassischen Sparprodukten, allerdings gehören Schwankungen dazu.
  • Wichtig ist ein breiter Mix. Wir empfehlen daher, auf unterschiedlich ausgerichtete ETF-Fonds zu setzen, die verschiedene Aktien bündeln.

Du möchtest mehr aus deinem Geld machen? Option 1: Du setzt auf einen festen Zinssatz und damit auf Sicherheit. Option 2: Du setzt auf eine höhere Rendite und gehst dafür ein wenig mehr ins Risiko. Aktien fallen unter die zweite Option.

Warum brauche ich Aktien für meine Geldanlage?

Wenn du Geld anlegst, hast du dafür gute Gründe. Vielleicht willst du damit eine Wohnung oder ein Haus anzahlen, dein Sabbatical finanzieren oder schon frühzeitig für das Alter vorsorgen. Je mehr Zinsen du für dein angelegtes Geld bekommst, desto besser. Das Problem: Bei Anlageprodukten mit einem garantierten Zinssatz fallen die Zinsen eher bescheiden aus, schlimmstenfalls geringer als die Inflationsrate. Dein Geld verliert also an Wert. Die Alternative dazu führt dich an die Börse, zu Aktien.

Mit Aktien kaufst du Anteile an Unternehmen. Geht es dem Unternehmen gut, steigen auch deine Anteile im Wert. Zusätzlich reicht dir das Unternehmen einen Teil seiner Gewinne weiter: Das ist die Dividende.

Geht es dem Unternehmen allerdings weniger gut, verlieren auch deine Anteile an Wert. Im schlimmsten Fall werden sie komplett wertlos. Dieses Risiko hält viele Menschen davon ab, in Aktien zu investieren. Und es führt häufig dazu, dass sie sich rückblickend ärgern. Weil es sich in den vergangenen Jahrzehnten ausnahmslos gelohnt hat, dieses Risiko einzugehen. Das zeigt beispielhaft der DAX, der die wichtigsten deutschen Aktien bündelt. Der Deutsche Aktien-Index imponiert verlässlich mit Renditen von 7 bis 9 Prozent. Wer also auf die Aktien des DAX gesetzt hat, konnte sein eingesetztes Geld innerhalb weniger Jahre verdoppeln.

So erfreulich das ist: Vergangene Erfolge sind keine Gewähr für die Zukunft. Tatsächlich gibt es an der Börse immer mal wieder Schwächephasen. Bislang allerdings haben sich die Kurse immer wieder berappelt. Deshalb sollte die erste Regel für deine Geldanlage an der Börse lauten:

Denke und handle langfristig! Lass dich vom kurzfristigen Auf und Ab nicht irritieren!

Lege nur Geld an der Börse an, wenn du es nicht brauchst. Sonst kann es dir passieren, dass du Aktien während einer Schwächephase verkaufen musst – schlimmstenfalls mit Verlust. Das gilt es zu vermeiden.

Welche Aktien brauche ich für meine Geldanlage?

Du brauchst einen Mix: verschiedene Unternehmen aus diversen Branchen. Wenn du dein gesamtes Geld in Aktien deiner Lieblingsfirma investierst, bist du auf Gedeih und Verderb vom Erfolg dieses einen Unternehmens abhängig. Erschwerend kommt hinzu: Gerade weil es deine Lieblingsfirma ist, wird es dir sehr schwer fallen, bei Problemen des Unternehmens rechtzeitig die Reißleine zu ziehen und deine Aktien zu verkaufen.

Unser Tipp: Kauf gern Aktien deiner Lieblingsfirma – als Spielerei, nicht als Geldanlage.

Damit Aktien als Geldanlage eine vernünftige Rendite abwerfen, brauchst du eine solide Mischung aus verschiedenen Unternehmen – und die wiederum aus unterschiedlichen Branchen. Falls mal ein Unternehmen schwächelt oder eine Branche mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat, können die anderen diese Delle ausgleichen.

Du kannst dir ein für dich stimmiges Portfolio aus Aktien selbst zusammenstellen – oder direkt in einen Aktienmix investieren. Der Name dafür: Fonds.

Sollte ich Fonds oder Aktien für meine Geldanlage nutzen?

Fonds bündeln mehrere Aktien, und zwar zu einem bestimmten Thema. Einige bilden sie einen Index wie den DAX nach. Andere konzentrieren sich auf bestimmte Branchen wie Technologie, Energie oder Rüstung. Wiederum andere schauen sich bestimmte Regionen wie Asien oder Lateinamerika an oder gar einzelne Länder wie etwa Indonesien oder die USA. Es gibt auch Fonds, die auf das Verantwortungsbewusstsein von Unternehmen achten, die sogenannten Nachhaltigkeitsfonds. Dabei können die Aktien einzelner Unternehmen in mehreren Fonds auftauchen.

Für welche Themen und für welche Fonds du dich entscheidest, ist komplett dir überlassen. Was du aber wissen musst, bevor du investierst:

  • Bei aktiv gemanagten Fonds bezahlst du die Fondsmanager mit, was auf Kosten deiner Rendite geht.
  • Sogenannte ETF-Fonds bilden einen Index nach und verzichten auf Fondsmanager. Das hilft deiner Rendite.

Wir empfehlen daher, auf ETF-Fonds zu setzen. Zumal die Erfahrung zeigt, dass aktiv gemanagte Fonds trotz aller Expertise nur selten besser abschneiden.

Mehr erfahren in unserem Fonds-Ratgeber

Wie groß ist das Risiko bei einer Geldanlage in Aktien?

Das kommt vor allem auf deinen zeitlichen Horizont an. Über einen Zeitraum von zehn und mehr Jahren hat sich ein Investment in einen vernünftigen Aktienmix bislang immer ausgezahlt. Das garantiert zwar nicht, dass es so weitergeht, aber es ist – vorsichtig ausgedrückt – nicht unwahrscheinlich.

Es sei denn (auch wenn wir uns da wiederholen), du setzt nur auf Aktien von zwei oder drei Lieblingsfirmen. Dann bist du abhängig von deren Erfolg – dieses Risiko ist deutlich zu hoch!

Je länger du dein klug gestreutes Investment an der Börse arbeiten lässt, desto geringer das Risiko. Hast du allerdings nicht viel Zeit, sind Aktien oder auch Fonds nicht unbedingt die beste Wahl. Falls du während einer Schwächephase an der Börse verkaufen musst, fährst du statt Gewinne leider Verluste ein.

Um dieser Gefahr zu begegnen, solltest du zumindest einen Teil deines Geld auf festverzinsliche Alternativen wie Festgeld und Tagesgeld, Anleihen oder auch sogenannte Rentenfonds verteilen. Das schmälert die mögliche Rendite, dient aber bei unerwarteten Entwicklungen als Puffer.

Was kostet die Geldanlage mit Aktien?

Für den Kauf von Aktien und Fonds brauchst du ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Dort werden deine Wertpapiere verwahrt, und darüber gibst du auch deine Kauf- und Verkaufsaufträge auf. Typische Kostenpunkte sind:

  • Ordergebühren für Kauf und Verkauf
  • Depotgebühren für die Verwahrung
  • Fremdspesen je nach Handelsplatz

Häufiges Kaufen und Verkaufen kann deine Rendite spürbar drücken, weil jedes Umschichten Geld kostet. Ständiges Trading erweist sich daher häufig als Renditekiller.

BereichWichtige Fakten
DepotWertpapierdepot bei Bank oder Online-Broker nötig
KostenOrdergebühren, Depotgebühren, ggf. Fremdspesen
Steuer auf Gewinne/Dividenden25 % Abgeltungsteuer zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer.
Steuerfreibetrag1.000 € für Einzelpersonen, 2.000 € für Paare mit Freistellungsauftrag.

Steuerlich gilt: Gewinne aus Aktienverkäufen und Dividenden werden grundsätzlich mit 25 Prozent Abgeltungsteuer besteuert. Dazu kommen Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Mit einem Freistellungsauftrag kannst du den Sparer-Pauschbetrag nutzen: also 1.000 Euro als Einzelperson oder 2.000 Euro als Paar.

Die wichtigsten Fragen zu Aktien als Geldanlage