Lohnt sich eine Fondspolice für mich?


Michael Prellberg
Autor
Das Wichtigste in Kürze
- Eine fondsgebundene Rentenversicherung kombiniert eine Geldanlage in Investmentfonds mit einer optionalen lebenslangen Rente.
- Sie passt zu dir, wenn du langfristig vorsorgst, Kursschwankungen aushältst und deine Auszahlungsphase nicht komplett selbst organisieren willst.
- Der Versicherungsmantel garantiert dir eine lebenslange Altersrente bis zum Lebensende und bietet eine steueroptimierte, unkomplizierte Vermögensübertragung an Hinterbliebene.
Du möchtest für den Ruhestand vorsorgen und dein Vermögen später planbar nutzen? Eine Fondspolice, auch fondsgebundene Rentenversicherung genannt, verbindet die Chancen einer Geldanlage am Kapitalmarkt mit der Möglichkeit, daraus eine lebenslange Rente zu erhalten. Dadurch kann sie für dich eine interessante Alternative zu einem reinen ETF-Depot sein, insbesondere in der Auszahlungsphase.
Eignet sich eine Fondspolice für mich?
Sie passt, wenn du jung bist, langfristig denkst (Anlagehorizont 20 bis 30 Jahre), Wertschwankungen aushältst und dir die Option auf eine lebenslange Rente wichtig ist.
Sie passt weniger, wenn du kurz vor der Rente stehst, sicherheitsorientiert bist und jederzeit flexibel über dein Kapital verfügen willst, etwa für eine Immobilie.
Der ETF-Sparplan ist meist günstiger und flexibler, bietet dir jedoch keinen automatischen Anspruch auf eine lebenslange Rente. Diesen Schutz solltest du etwa über eine Sofortrente separat organisieren.
Die Fondspolice bündelt zwar beides, kostet dich jedoch mehr und ist komplexer. Bist du um die 30 Jahre alt, verfügst du über ein regelmäßiges Einkommen und einen langen Anlagehorizont, kann die Fondspolice ein sinnvoller Baustein für dich sein. Bist du hingegen um die 55 Jahre alt, hältst Wertverluste kaum aus und möchtest bald an das Geld, eignet sie sich weniger für dich.
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Wie funktioniert eine Fondspolice?
Deine Beiträge fließen, nach Abzug von Kosten und eventuellen Risikobeiträgen, in Fondsanteile. Je nach Tarif wählst du zwischen aktiv gemanagten Fonds, ETFs, gemanagten Portfolios und Mischkonzepten mit unterschiedlichem Sicherheitsanteil.
Zum Rentenbeginn wählst du zwischen einer lebenslangen monatlichen Rente, einer einmaligen Kapitalauszahlung oder einer Kombination aus beiden. Wie hoch deine lebenslange Zahlung ausfällt, hängt vom bis dahin aufgebauten Fondsguthaben und von den Rechnungsgrundlagen zum Rentenbeginn ab.
Die Rechnungsgrundlagen sind die mathematischen Regeln, mit denen die Versicherung deine spätere Rente berechnet. Sie bestimmen vor allem, wie viel monatliches Geld du für dein angespartes Guthaben bekommst. Gute Verträge garantieren dir diesen Faktor bereits bei Vertragsabschluss. Schlechte Verträge dürfen ihn bis zu deinem Renteneintritt senken.
Eine gesetzliche Mindestleistung gibt es nicht. Manche Tarife bieten eine Beitragsgarantie oder Mindestleistung, andere verzichten ganz darauf. Die Beitragsgarantie bestimmt, wie viel von deinen eingezahlten Beiträgen zum Rentenbeginn mindestens da sein muss – ganz egal, wie schlecht die Börse laufen sollte.
Das unterscheidet die Fondspolice vom ETF-Sparplan, bei dem du Entnahmen und das Langlebigkeitsrisiko komplett selbst trägst.
Mehr erfahren über ETF-Sparpläne
Zusatzbausteine wie eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung oder Hinterbliebenenschutz lassen sich einbauen, erhöhen jedoch Prämie und Komplexität. Innerhalb des Vertrags kannst du in der Ansparphase meist steuerfrei zwischen verschiedenen Fonds wechseln. Viele Tarife erlauben zudem Beitragsanpassungen, Beitragsfreistellung, Zuzahlungen oder Teilentnahmen. Das ist etwa praktisch bei Elternzeit oder Jobwechsel, kann die spätere Leistung hingegen senken.
Was kostet eine Fondspolice?
Du zahlst für die Fonds, für den Abschluss, für den Vertrieb, für die laufende Vertragsführung, für den Versicherungsmantel und für mögliche Garantien oder Zusatzbausteine.
Die Gesamtkosten liegen häufig deutlich über denen eines ETF-Sparplans. Bei langen Laufzeiten mindern sie die Rendite spürbar und können steuerliche Vorteile teilweise oder ganz aufzehren.
Eine vorzeitige Kündigung lohnt sich meist nicht: Der Rückkaufswert, das Geld, das du bei Kündigung zurückbekommst, kann in den ersten Jahren niedrig sein, da bereits Abschlusskosten angefallen sind. Prüfe deshalb vor Vertragsabschluss, ob du die Beiträge langfristig tragen kannst.