Was ist Wero – und brauche ich das überhaupt?


Michael Prellberg
Autor
Das Wichtigste in Kürze
- Wero ist ein europäischer Bezahldienst, mit dem du Geld sekundenschnell von Girokonto zu Girokonto schicken kannst, meist per Handy-Nummer oder E-Mail.
- Besonders praktisch ist Wero für private Zahlungen, fürs Bezahlen in Online-Shops – und demnächst an der Ladenkasse.
- Wero hat hohe Standards im Datenschutz. Damit will der Service gegenüber US-amerikanischen Konkurreten punkten. .
Die Restaurantrechnung liegt auf dem Tisch. Du zahlst, die anderen überweisen dir direkt ihren Anteil. Klingt nach PayPal, ist aber Wero: Der neue Bezahldienst entwickelt sich zur europäischen Alternative zu US-amerikanischen Finanzkonzernen.
Wofür brauche ich Wero?
Mit Wero kannst du Geld in Sekunden an Freund:innen, Familie oder Mitbewohner:innen schicken. Und du kannst in Online-Shops bezahlen, ohne einen zusätzlichen Zahlungsdienst zwischenzuschalten. Last but not least: Deine Daten werden in einem System verarbeitet, das unter EU-Recht läuft.
Wero hat durchaus eine politische Komponente: Es will die Abhängigkeit von US-Plattformen wie PayPal, Apple Pay oder Google Pay verringern. Denn wer den Zahlungsverkehr kontrolliert, hält ein wichtiges Stück Alltag in der Hand. Wero soll hier ein europäisches Gegengewicht schaffen, auch mit europäischen Regeln im Datenschutz. Schon jetzt nutzen es mehr als 50 Millionen Menschen, davon rund 7 Millionen in Deutschland.
Gestartet ist Wero im Juli 2024, zunächst nur für private Zahlungen. Mittlerweile kannst du den Dienst auch bei teilnehmenden Online-Shops nutzen. Jetzt soll zeitnah das Bezahlen an der Ladenkasse dazukommen.
Wie funktioniert Wero?
Wero funktioniert nicht wie eine Wallet mit Guthaben: Du lädst kein Geld auf, führst kein separates Wero-Konto und parkst auch nichts bei einem Drittanbieter. Stattdessen nutzt Wero dein Girokonto und schickt Geld per SEPA-Echtzeitüberweisung direkt auf das andere Konto. Das Prinzip heißt Account-to-Account. Im Alltag läuft das meist so ab:
- Du öffnest deine Banking-App oder die Wero-App.
- Du wählst die empfangende Person aus, meist über Handy-Nummer oder E-Mail statt über die IBAN.
- Die Zielperson muss sich zuvor bei Wero registriert haben – entweder über die Banking- oder über die Wero-App.
- Du bestätigst die Zahlung.
- Das Geld landet innerhalb von Sekunden auf dem anderen Girokonto.
Zur echten Konkurrenz für US-amerikanische Anbieter wird Wero, wenn mit der App auch im Laden bezahlt werden kann. Der Startschuss dafür soll noch in diesem Jahr fallen.
Was kostet Wero?
Wenn du Wero privat nutzt, fallen keine Kosten an, weder für die App-Nutzung noch für Transaktionsgebühren. Im Handel sieht das anders aus – allerdings will Wero bessere Konditionen anbieten als die US-amerikanischen Kreditkartenkonzerne.
Wie sicher ist Wero?
Wero nutzt die Sicherheitsstandards, die du aus dem Online-Banking kennst. Dazu gehört die starke Kundenauthentifizierung: Du bestätigst jede Zahlung zusätzlich per PIN, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung. Beim Datenschutz beachtet Wero die strengen Vorgaben der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Das sieht bei Plattformen, die Daten teils außerhalb Europas verarbeiten, anders aus.
Bevor du Wero nutzt, solltest du diese Punkte prüfen:
- Nutze ich mein Smartphone regelmäßig für Online-Banking?
- Reicht mir bei einem Online-Kauf eine direkte Konto-zu-Konto-Zahlung?
- Unterstützt meine Bank überhaupt Wero?
Sollte deine Bank derzeit Wero nicht unterstützen: Das kann sich rasch ändern. Zum Start unterstützten 16 Finanzinstitute den neuen Bezahldienst, mittlerweile hat sich die Zahl mehr als verdoppelt.