Wie sinnvoll ist eine Cyberversicherung?


Michael Prellberg
Autor
Cyberversicherungen im Vergleich
Cyberversicherungen fangen die Folgen von Cyberattacken und IT-Ausfällen ab – und können damit für Unternehmen existenzrettend sein.
Wir vergleichen eine große Auswahl an Anbietern, bieten jedoch keinen vollständigen Marktüberblick. Die Sortierung der gezeigten Anbieter findet in alphabetischer Reihenfolge statt. Alle Angaben und Konditionen sind ohne Gewähr und können sich ändern. Maßgeblich sind stets die Informationen auf der Website des jeweiligen Anbieters. Bitte prüfe die Details vor dem Abschluss direkt dort. Die Beiträge sind Richtwerte und variieren je nach Branche, Umsatz, Mitarbeiterzahl und Tarifdetails. Für diesen Vergleich wurde folgendes Unternehmen als Beispiel zugrunde gelegt: Unternehmensberatung in Deutschland mit 500.000 Euro Jahresumsatz, 5 Mitarbeitern, Versicherungssumme von 750.000 Euro (wenn wählbar) und der niedrigsten möglichen Selbstbeteiligung.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Cyberversicherung fängt die finanziellen Folgen von Cyberangriffen, IT-Ausfällen und Datenschutzverstößen ab.
- Besonders sinnvoll ist sie für Unternehmen, die digital arbeiten, sensible Daten verarbeiten oder bei einem Systemausfall schnell Umsatz verlieren würden.
- Die Versicherer prüfen im Vorfeld, ob dein Unternehmen technisch wie organisatorisch gut gerüstet ist, um Cyberangriffe abzuwehren.
Der Online-Shop ist offline, Rechnungen werden nicht bezahlt und Kund:innen fragen, ob ihre persönlichen Daten gestohlen wurden. Die Folgen eines erfolgreichen Cyberangriffs sind mindestens geschäftsschädigend, häufig sogar existenzgefährdend. Davor schützen Cyberversicherungen.
Brauche ich eine Cyberversicherung für meine Firma?
Eine Cyberversicherung federt die finanziellen Folgen von Cyberangriffen ebenso ab wie Verstöße gegen die IT-Sicherheit und Verletzungen des Datenschutzes. Sie greift allerdings nur, wenn dein Unternehmen sich sowieso technisch wie organisatorisch bestmöglich vor Cyberattacken schützt.
Sinnvoll ist die Cyberversicherung vor allem, wenn dein Betrieb verstärkt digital arbeitet und auf sensible Kunden-, Gesundheits-, Finanz- oder Produktionsdaten angewiesen ist. Cyberangriffe führen häufig zu Datenverlust, Reputationsschaden und Rechtsstreitigkeiten folgen. Nur wenn dein Betrieb weitgehend analog arbeitet, ist die Gefahr gering. Ansonsten gilt, unabhängig von der Firmengröße: Jedes Unternehmen, ob kleines Unternehmen oder Konzern, kann und wird angegriffen werden. Sich nicht zu schützen, ist mehr als leichtfertig: Es ist unverantwortlich.
Hacking ist allerdings nicht die einzige Gefahr, die durch digitale Prozesse immer alltäglicher wird. Auch Bedienfehler, Fehlkonfigurationen oder eine Datenpanne können Schäden auslösen. Die sollten in der Cyberversicherung außer Ransomware, Phishing, DoS- und DDoS-Angriffe und anderen Hacking-Folgen ebenfalls versichert sein.
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Welche Leistungen bietet eine Cyberversicherung?
Im Kern soll eine Cyberversicherung eigene Schäden deines Unternehmens abfedern und darüber hinaus Ansprüche anderer gegen deinen Betrieb absichern. Typische Eigenschäden sind:
- Wiederherstellung von Daten und Systemen
- Entfernung von Schadsoftware
- Kosten durch Betriebsunterbrechung
- Mehrkosten für Ersatzsysteme
- Krisenkommunikation und PR-Maßnahmen
Zu den typischen Schäden bei anderen (sogenannte Drittschäden) zählen:
- Schadenersatzforderungen nach Datenschutzverletzungen
- Ansprüche wegen Verletzung der Netzwerksicherheit
- Forderungen wegen Verletzung von Geheimhaltungspflichten
Im Ernstfall zählt (vor dem Geld) vor allem Tempo. Viele Policen bieten deshalb eine 24/7-Notfallhotline und organisieren IT-Forensiker:innen und Anwält:innen, kümmern sich um Datenrettung und Krisenkommunikation. Häufig unterstützen sie bei der gesetzlich vorgeschriebenen Meldung an die Behörden und der Benachrichtigung Betroffener nach einem Datenschutzvorfall. Gerade für kleinere Betriebe ohne eigenes IT-Sicherheitsteam ist das enorm hilfreich. Statt im Chaos erst Dienstleister suchen zu müssen, steht dir bestenfalls sofort ein eingespieltes Netzwerk zur Seite.
Cyberversicherungen bündeln Bausteine aus Haftpflicht, Ertragsausfallversicherung und Rechtsschutz in einem Vertrag, um Vermögensschäden deines Unternehmens abzudecken. Darin unterscheiden sie sich von IT-Haftpflichtversicherungen, die sich auf Drittschäden konzentrieren – ebenso wie die klassische Betriebshaftpflicht auf Personen- und Sachschäden. Wenn du bereits eine Betriebshaftpflicht hast (und das solltest du!), frag lieber nach, denn immer mehr Betriebshaftpflichtversicherungen nehmen gegen entsprechenden Obolus auch Cyberrisiken auf.
Wie teuer ist eine Cyberversicherung?
Was die Kosten angeht, können wir nur grobe Orientierungswerte liefern. Wo du am Ende landest, hängt unter anderem von Branche, Umsatz, IT-Sicherheitsniveau und gewünschter Deckung ab.
Auch für die optimale Versicherungssumme gibt es nur Richtwerte. Deckungen sollten mindestens 250.000 Euro umfassen oder rund 10 bis 20 Prozent des Jahresumsatzes, je nach Risiko. Wichtig sind diese Prüfkriterien:
- IT-Mindeststandards: Viele Versicherer verlangen Virenschutz, Firewalls, regelmäßige Updates, Backups und klar geregelte Zugriffsrechte.
- Vorschäden und bekannte Lücken: Frühere Cybervorfälle oder bekannte Sicherheitslücken können zu Zuschlägen oder Ausschlüssen führen.
- Gesamtdeckung und Sublimits: Prüfe nicht nur die Gesamtsumme, sondern auch Untergrenzen für PR, IT-Forensik oder Datenrettung. Sublimits sind feste Höchstbeträge für einzelne Leistungen innerhalb der gesamten Versicherungssumme.
- Geltungsbereich: Arbeitest du international, ist entscheidend, ob der Schutz weltweit, EU-weit oder nur in Deutschland gilt.
- Selbstbehalt und Ausschlüsse: Selbstbehalte, Ausschlüsse und Verstöße gegen Sicherheitsobliegenheiten können die Leistung begrenzen. Sicherheitsobliegenheiten sind vertragliche Pflichten, beispielsweise Schutzmaßnahmen, die du einhalten musst.
Nicht jeder Schaden ist automatisch voll versichert: Deckungssummen, Sublimits, Selbstbehalte und Ausschlüsse setzen Grenzen.
Unser Tipp: Spiel vor dem Abschluss den Ernstfall gedanklich durch. Wer müsste sofort informiert werden? Was kostet dich ein Tag Systemausfall? Welche Daten wären besonders heikel? Welche externen Dienstleister bräuchtest du sofort? An deinen Antworten merkst du, ob eine Police wirklich zu deinem Unternehmen passt.