Die Firma schützen: Betriebshaftpflichtversicherungen im Vergleich


Michael Prellberg
Autor
Betriebshaftpflichtversicherung
Die Berufshaftpflicht zählt zu den Versicherungen, mit denen du dein Unternehmen schützt. Ähnlich wichtig sind die gewerbliche Immobilienversicherung, die Inhaltsversicherung, Rechtsschutz und die in manchen Fällen notwendige Berufshaftpflicht.
Wir vergleichen eine große Auswahl an Anbietern, bieten jedoch keinen vollständigen Marktüberblick. Die Sortierung der gezeigten Anbieter findet in alphabetischer Reihenfolge statt. Alle Angaben und Konditionen sind ohne Gewähr und können sich ändern. Maßgeblich sind stets die Informationen auf der Website des jeweiligen Anbieters. Bitte prüfe die Details vor dem Abschluss direkt dort. Beiträge und konkreten Konditionen hängen von verschiedenen Faktoren ab: Branche und konkretes Tätigkeitsfeld (Risikoklasse), der gewählten Versicherungssummen, der Höhe der Selbstbeteiligung, der räumliche Geltungsbereich (Auslandsschutz), Vorschäden der letzten drei bis fünf Jahre, die Einbindung von Subunternehmern oder Freelancern, von Zusatzbausteinen oder Sonderdeckungen und nicht zuletzt von Gründerrabatten.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Betriebshaftpflichtversicherung springt ein, wenn durch deine berufliche Tätigkeit andere Menschen verletzt werden, fremde Sachen beschädigt werden oder daraus finanzielle Folgeschäden entstehen.
- Für die meisten Unternehmen ist sie keine gesetzliche Pflicht, als Grundschutz aber sehr sinnvoll, weil schon ein einzelner größerer Haftungsfall existenzbedrohend werden kann.
- Besonders wichtig ist sie für Betriebe mit Kundenkontakt, Baustellen, handwerklichen Tätigkeiten, Veranstaltungen oder anderen Situationen, in denen schnell Personen- oder Sachschäden entstehen können. Deshalb ist sie für manche Berufsgruppen sogar verpflichtend.
Ein nasser Fleck auf dem Boden, ein Stolperer übers Kabel, verdorbene Speisen beim Catering: Daraus kann schnell ein Haftungsfall werden, mit Forderungen in fünf- oder sechsstelliger Höhe. Dafür schützt dich als Unternehmerin oder Unternehmer die Betriebshaftpflicht.
Brauche ich eine Betriebshaftpflicht?
Die Betriebshaftpflichtversicherung fängt Schadenersatzforderungen durch betriebliche Tätigkeiten ab. Genauer gesagt: wenn Menschen verletzt werden, Sachen beschädigt werden oder es zu finanziellen Folgeschäden kommt. Für viele Unternehmen gehört die Betriebshaftpflicht daher zum Grundschutz, ähnlich wie im Alltag die private Haftpflicht. Ob
- ein schwerer Personenschaden auf der Baustelle
- ein Gasleck oder Brand im Zusammenhang mit deiner Arbeit
- ein Hygieneproblem in Gastronomie oder Catering:
Als Unternehmer:in haftest du grundsätzlich unbeschränkt. Im Ernstfall steht also nicht nur dein Betriebsvermögen auf dem Spiel, sondern auch dein Privatvermögen. Ein schwerer Schaden kann sich zu einem Schuldenberg auftürmen, der in die geschäftliche und private Insolvenz führt.
Aufgrund solcher Gefahren ist eine Absicherung für manche Berufe oder Tätigkeiten vorgeschrieben. Für die meisten anderen Unternehmen ist sie keine gesetzliche Pflicht, gleichwohl höchst sinnvoll.
Noch etwas spricht für die Police: Viele Auftraggeber möchten vor größeren Projekten oder Ausschreibungen einen Nachweis sehen, dass überhaupt Haftpflichtschutz besteht. Fehlt die Versicherung, fehlt dir also womöglich nicht nur der Schutz, sondern auch der Auftrag.
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Welche Leistungen bietet die Betriebshaftpflicht?
Versichert sind bei der Betriebshaftpflichtversicherung in der Regel drei Schadenarten:
- Personenschäden, also Verletzungen, Gesundheitsschäden oder Todesfälle
- Sachschäden, also beschädigte oder zerstörte fremde Sachen
- Vermögensfolgeschäden, also finanzielle Folgen aus einem Personen- oder Sachschaden, etwa Verdienstausfall nach einer Verletzung
Versichert sind nur Schäden aus den Tätigkeiten, die im Vertrag angegeben sind. Erweiterst du das Portfolio deines Unternehmens solltest du das melden. Sonst kann es passieren, dass du im Schadenfall ohne Schutz dastehst.
Wichtig ist außerdem, wer durch die Betriebshaftpflicht mitversichert ist. Typischerweise gehören dazu:
- Inhaber:in
- Teilhaber:innen
- Angestellte und Auszubildende
Niederlassungen und Subunternehmer sind nur dann geschützt, wenn sie ausdrücklich eingeschlossen sind.
Einige betriebliche Risiken deckt die Betriebshaftpflicht nicht ab. Dazu zählen meist:
- vorsätzlich verursachte Schäden
- reine Vermögensschäden ohne vorherigen Personen- oder Sachschaden, also zum Beispiel ein Beratungsfehler, der einen finanziellen Schaden auslöst
- Eigenschäden an deinem eigenen Betrieb oder Eigentum, etwa an Maschinen, Waren oder der Büroausstattung
Für solche Fälle brauchst du andere Policen, zum Beispiel:
- bei echten Vermögensschäden eine Vermögensschaden- oder Berufshaftpflicht.
- bei Schäden an deiner eigenen Einrichtung eher eine Inhalts- oder Sachversicherung
Bevor die Versicherung zahlt, wird geschaut, ob die Forderung überhaupt berechtigt ist und in welcher Höhe du tatsächlich haftest. Berechtigte Ansprüche übernimmt sie, unberechtigte wehrt sie ab. Diese Abwehrfunktion wird oft als passiver Rechtsschutz bezeichnet. Dein Vorteil: Der Versicherer trägt im Streitfall auch die Kosten für Anwält:innen, Gutachten, Sachverständige und Gerichtsverfahren.
Wie teuer ist eine Betriebshaftpflichtversicherung?
Der Einstieg muss nicht teuer sein. Einfache Tarife beginnen bei etwa 90 Euro pro Jahr. Kleine Betriebe liegen typischerweise bei etwa 100 bis 300 Euro jährlich. Mit dem Risiko steigen auch die Beiträge. In Bau, Produktion oder Gesundheitswesen landen die Kosten eher bei mehreren Hundert bis mehreren Tausend Euro pro Jahr. Auch bei IT-, Medien- und Beratungsunternehmen reicht ein Standardtarif oft nicht aus, weil dort Vermögensschäden und Cyberrisiken stärker ins Gewicht fallen.
Genau schauen solltest du auf die Deckungssumme. Das ist der Höchstbetrag, bis zu dem die Versicherung im Schadenfall leistet. Viele Tarife starten bei mindestens 3 Millionen Euro pauschal für Personen-, Sach- und daraus resultierende Vermögensschäden – darunter solltest du auch nicht gehen. Auch diese Punkte solltest du vor dem Abschluss prüfen:
- Sublimits: Gibt es Untergrenzen für Umweltschäden, Mietsachschäden, Schlüsselverluste oder Bearbeitungsschäden?
- Räumlicher Geltungsbereich: Reicht der Schutz nur für Deutschland oder auch für Einsätze im Ausland?
- Zusatzbausteine: Brauchst du Produkthaftpflicht, Umweltbausteine, Vermögensschadenhaftpflicht oder Cyberschutz?