Elementarversicherung: Wie schütze ich mich vor Naturgefahren?


Oliver Altvater
Autor
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Elementarversicherung ergänzt deine Wohngebäude- oder Hausratversicherung um Schutz vor Naturgefahren wie Starkregen, Überschwemmung, Rückstau oder Erdrutsch.
- Sie lohnt sich vor allem, wenn ein Schaden an Haus oder Hausrat dich finanziell stark belasten würde. Diese Risiken sind in Standardtarifen meist nicht automatisch versichert.
- Beim Vergleich zählen nicht nur Preis und Selbstbeteiligung. Achte auch auf Wartezeiten, Rückstau- und Grundwasserregelungen sowie versicherte Folgekosten.
Nach einem Starkregen steht dein Keller unter Wasser, die Heizung fällt aus und der Boden muss erneuert werden. Solche Schäden werden schnell teuer. Ohne Elementarschutz bleibst du auf den Ausgaben sitzen. Deshalb solltest du prüfen, ob du versichert bist, und welche Naturgefahren dein Tarif abdeckt.
Weshalb kann eine Elementarversicherung sinnvoll für mich sein?
Naturgefahren können innerhalb weniger Stunden Schäden in fünf- oder sogar sechsstelliger Höhe verursachen. Wasser dringt ins Haus ein, Böden und Wände müssen getrocknet werden und eine Sanierung zieht sich oft über Wochen hin.
Eine Elementarversicherung schützt dich vor diesen finanziellen Folgen. Sie ist in Deutschland keine Pflichtversicherung, sondern wird als Zusatzbaustein zur Wohngebäude- oder Hausratversicherung abgeschlossen. Da normale Policen Überschwemmung, Starkregen oder Rückstau häufig ausschließen, solltest du deinen Versicherungsschutz genau prüfen.
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Welche Schäden möchte ich absichern?
Der Elementarschutz übernimmt je nach Tarif Schäden durch Naturgefahren, die über den Standardschutz hinausgehen. Dazu gehören unter anderem: Überschwemmung, Starkregen, Rückstau, Erdrutsch und Erdsenkung, Schneedruck und Lawinen, Erdbeben und Vulkanausbruch.
Sturm und Hagel gehören dagegen meist bereits zur Wohngebäudeversicherung und sind kein Bestandteil des Elementarbausteins. Überlege außerdem, was du absichern möchtest:
- Wohngebäudeversicherung: Schützt dein Haus, Dach, Wände, Heizung und fest eingebaute Bestandteile.
- Hausratversicherung: Schützt dein Eigentum, wie Möbel, Kleidung und Elektrogeräte.
Den Elementarbaustein kannst du bei beiden Versicherungen ergänzen.
Unser Tipp: Achte besonders auf die Regelungen zu Rückstau und Grundwasser. Wasser im Keller ist nicht automatisch ein versicherter Elementarschaden.
Mit welchen Kosten muss ich für meine Elementarversicherung rechnen?
Deine Beiträge richten sich unter anderem nach dem Standort deiner Immobilie, der Risikoeinstufung, dem Gebäudetyp und der vereinbarten Selbstbeteiligung. In Regionen mit geringem Risiko kostet der Elementarschutz oft nur wenige Euro im Monat.
In Gebieten mit hoher Überschwemmungsgefahr können die Beiträge deutlich höher ausfallen. Teilweise verlangen Versicherer höhere Selbstbeteiligungen oder lehnen den Versicherungsschutz sogar ab. Vergleiche deshalb neben dem Preis auch wichtige Leistungen und Eigenanteile.
Worauf sollte ich beim Vergleich achten?
Entscheidend ist, dass er im Schadenfall zuverlässig leistet. Prüfe deshalb vor allem diese Punkte:
- Versicherungssumme: Reicht sie aus, um Haus oder Hausrat vollständig zu ersetzen?
- Selbstbeteiligung: Ein höherer Eigenanteil senkt den Beitrag, erhöht aber deine Kosten im Schadenfall.
- Wartezeit: Manche Tarife leisten erst nach einigen Wochen.
- Rückstauschutz: Kläre, ob Rückstauschäden versichert sind und welche Voraussetzungen gelten.
- Grundwasser: Prüfe genau, wann Schäden übernommen werden und wann nicht.
- Folgekosten: Achte darauf, ob Aufräum-, Trocknungs-, Hotel- oder Abrisskosten mitversichert sind.
Wohnst du in einem Hochrisikogebiet, solltest du zudem prüfen, ob der Versicherer Einschränkungen oder besondere Bedingungen vorsieht.
Brauche ich den Schutz als Eigentümer oder Mieter?
Als Eigentümer solltest du den Elementarbaustein für deine Wohngebäudeversicherung prüfen. Er schützt dein Haus und fest eingebaute Bestandteile wie Dach, Wände oder Heizung vor hohen Kosten nach Naturereignissen.
Als Mieter ist der Elementarschutz für deine Hausratversicherung meist wichtiger, um Möbel, Kleidung und Elektrogeräte etwa nach Überschwemmung besser abzusichern. Gerade Schäden im Keller verursachen oft hohe Folgekosten. Deshalb lohnt ein Blick darauf, ob dein Tarif Aufräum-, Trocknungs-, Abriss- und Hotelkosten übernimmt.