Anschlussfinanzierung vergleichen: Wie finde ich bessere Konditionen?

Eine Frau sitzt mit zwei Aktenordnern am Küchentisch.
Vollständig KI-generiert

Oliver Altvater

Autor

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Anschlussfinanzierung setzt deine Immobilienfinanzierung fort, wenn die Zinsbindung endet und noch eine Restschuld offen ist.
  • Bereits kleine Zinsunterschiede machen über die Laufzeit mehrere tausend Euro aus, wodurch sich vergleichen meistens lohnt.
  • Achte nicht nur auf den Zinssatz, sondern auch auf Laufzeit, Tilgung, Sondertilgungen und Flexibilität.

Der Brief deiner Bank liegt im Briefkasten: Die Zinsbindung läuft aus und deine Finanzierung geht in die nächste Runde. Jetzt entscheidet sich, wie hoch deine monatliche Belastung künftig ausfällt. Nimm deshalb nicht vorschnell das erste Angebot an, sondern vergleiche verschiedene Möglichkeiten.

Weshalb sollte ich meine Anschlussfinanzierung vergleichen?

Mit einer Anschlussfinanzierung finanzierst du deine verbleibende Restschuld weiter. Das Angebot deiner bisherigen Bank ist bequem, häufig jedoch nicht das günstigste. Bereits geringe Zinsunterschiede können über viele Jahre spürbare Mehrkosten verursachen.

Starte möglichst mehrere Monate vor Ablauf der Zinsbindung mit dem Vergleich. Dadurch gewinnst du Zeit, kannst Angebote prüfen und bessere Konditionen verhandeln.

Welche Anschlussfinanzierung passt zu deiner Situation?

Bei der Anschlussfinanzierung hast du im Kern drei Möglichkeiten: Du bleibst bei deiner bisherigen Bank, wechselst zu einem anderen Anbieter oder sicherst dir den Zins schon vor dem eigentlichen Ablauf. Welche Variante zu dir passt, hängt davon ab, wie lange deine Zinsbindung noch läuft, wie viel Planungssicherheit du brauchst und wie viel Aufwand du in Kauf nehmen willst.

VarianteWas bedeutet das?Wann kann sie passen?Worauf solltest du achten?
ProlongationVerlängerung bei der bisherigen BankWenn du eine einfache Abwicklung willst und das Angebot marktgerecht istBequem heißt nicht automatisch günstig; Vergleichsangebote bleiben wichtig
UmschuldungWechsel zu einem anderen Anbieter mit neuem KreditvertragBei besseren Konditionen einer anderen BankEs kann mehr Prüf- und Abwicklungsaufwand entstehen
Forward-DarlehenZinssatz wird für eine spätere Auszahlung vorab gesichertWenn du früh Planungssicherheit willst oder steigende Zinsen erwartestBei später fallenden Zinsen kann es im Rückblick teurer wirken

Was kostet mich eine Anschlussfinanzierung?

Der Zins ist wichtig, aber er ist nicht die ganze Musik. Für deinen Vergleich zählen vor allem effektiver Jahreszins, Monatsrate, Zinsbindung, Tilgung, Sondertilgungen, Flexibilität und mögliche Zusatzkosten. Der effektive Jahreszins ist dabei aussagekräftiger als der reine Sollzins, weil er Kosten stärker einbezieht.

Ein Marktbeispiel macht die Größenordnung greifbarer: Für eine Anschlussfinanzierung mit 10 Jahren Sollzinsbindung und 2 Prozent anfänglicher Tilgung wurde ein effektiver Topzins ab 3,57 Prozent genannt, die Monatsrate lag im Beispiel bei 1.604,17 Euro. Das ist kein allgemeingültiger Bauzins für alle, sondern nur ein Beispiel. Deine Rate hängt an deiner Restschuld, deinem Objekt, deiner Bonität und der gewählten Tilgung.

Als Vergleichsrahmen werden bei Anschlussfinanzierungen häufig Zinsbindungen von 5 bis 20 Jahren genannt. Eine längere Zinsbindung gibt dir mehr Planbarkeit, kann aber mit einem höheren Zins verbunden sein. Für dich heißt das: Starr nicht nur auf den günstigsten Zinssatz, sondern prüfe, ob die Rate dauerhaft in dein Haushaltsbudget passt.

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Ein paar sitzt auf dem Boden und schaut in den Laptop.

Was ist beim Vergleichen besonders wichtig für mich?

Der günstigste Zinssatz allein macht noch keine gute Anschlussfinanzierung. Entscheidend ist, dass die Finanzierung zu deinen Plänen und deiner finanziellen Situation passt.

Achte vor allem auf folgende Punkte:

  • Sondertilgungen: Möchtest du mit Bonuszahlungen, einer Erbschaft oder anderen Rücklagen deine Restschuld schneller senken, sollten kostenfreie Sondertilgungen möglich sein.
  • Geplanter Immobilienverkauf: Willst du deine Immobilie in den nächsten Jahren verkaufen, prüfe sorgfältig, ob eine lange Zinsbindung sinnvoll ist.
  • Monatliche Rate: Eine niedrige Rate schafft dir finanziellen Spielraum, verlängert aber deine Rückzahlung. Mit einer höheren Tilgung wirst du schneller schuldenfrei, solltest dein Budget jedoch nicht überfordern.
  • Besondere Finanzierungssituation: Bist du selbstständig oder finanzierst eine vermietete oder teilweise gewerblich genutzte Immobilie, gelten oft andere Anforderungen. Vergleiche deshalb die Angebote besonders sorgfältig.

Behalte außerdem mögliche Zusatzkosten wie Bereitstellungszinsen oder Gebühren im Blick. Sie können den Preis deiner Finanzierung deutlich beeinflussen.

Unser Tipp: Nimm dir genügend Zeit für den Vergleich und unterschreibe nicht vorschnell das erste Angebot. Vergleiche Zinsen, Laufzeit, Tilgung, Flexibilität und mögliche Zusatzkosten. Dadurch findest du eine Anschlussfinanzierung, die langfristig zu deinen Plänen und deinem Budget passt.

Die wichtigsten Fragen zur Anschlussfinanzierung