Lohnt sich eine Sofortrente für mich?


Michael Prellberg
Autor
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Sofortrente verwandelt aus einem größeren Einmalbetrag eine planbare monatliche Zusatzrente, meist bis ans Lebensende.
- Sie passt vor allem, wenn du kurz vor oder bereits im Ruhestand stehst und dir Sicherheit wichtiger ist als Rendite.
- Die Sofortrente bietet dir als Geldanlage nur begrenzte Möglichkeiten, gewährt dir hingegen lebenslange Rentenzahlungen.
Du erbst, verkaufst dein Elternhaus oder deine Lebensversicherung zahlt aus und mit Mitte 60 liegt ein größerer Betrag auf deinem Konto. Eine Sofortrente macht aus dieser Summe eine monatliche Zusatzrente bis an dein Lebensende: bequem und planbar, jedoch selten ein Renditewunder.
Weshalb kann eine Sofortrente für mich im Ruhestand sinnvoll sein?
Eine Sofortrente macht aus einem größeren frei verfügbaren Betrag eine verlässliche monatliche Zahlung. Ihren wichtigsten Nutzen bringt sie über den Schutz vor dem Langlebigkeitsrisiko: Wirst du sehr alt, ist dein selbst angespartes Geld irgendwann aufgebraucht. Die lebenslange Sofortrente zahlt dennoch weiter.
Das entlastet dich besonders bei festen Ausgaben wie Miete, Strom, Lebensmitteln und Krankenkassenbeiträgen. Die Sofortrente ermöglicht dir, laufende Kosten zu begleichen, während dein übriges Vermögen flexibel bleibt.
Du bist dir noch nicht sicher, was du brauchst?
Lass dich kostenlos und unverbindlich von einem Experten beraten!

Wie funktioniert eine Sofortrente?
Du zahlst einmalig einen größeren Betrag in eine private Rentenversicherung ein. Kurz danach beginnt eine meist lebenslange monatliche Rentenzahlung. Anders als bei klassischen Rentenversicherungen durchläufst du keine jahrelange Ansparphase.
Zwei Bestandteile bestimmen deine Rente:
- Garantierte Rente: Sie ist vertraglich fest zugesagt.
- Überschussbeteiligung: Sie kann deine Auszahlung erhöhen, ist jedoch nicht garantiert und hängt von der Kapitalanlage des Versicherers und von Sterblichkeitsgewinnen ab. Diese entstehen, wenn Versicherte im Schnitt früher sterben als vom Versicherungsunternehmen kalkuliert. Da eine private Sofortrente lebenslang ausgezahlt wird, verbleibt das nicht aufgebrauchte Kapital verstorbener Kunden beim Versicherer, anstatt an die Erben überzugehen.
Viele Tarife bieten zudem eine Rentengarantiezeit oder Todesfallleistung, um Hinterbliebene abzusichern, falls du früh stirbst. Diese Extras senken jedoch meist deine monatliche Rente.
Wie teuer ist eine Sofortrente?
Abschlussprovisionen und laufende Verwaltungskosten stecken meist schon im Tarif und mindern deine Rentenhöhe – auf den ersten Blick kaum zu sehen. Bei einer lebenslangen Sofortrente versteuerst du lediglich den Ertragsanteil. Dieser hängt von deinem Alter bei Rentenbeginn ab und fällt bei späterem Beginn niedriger aus. Das erscheint zwar attraktiv, gleicht jedoch niedrige Garantierenten, Kosten oder fehlende Flexibilität nicht aus.
Wie sich Nachrechnen lohnt: Ein 65-jähriger Mann zahlt 50.000 Euro ein und erhält 192,02 Euro garantierte monatliche Rente. Rechnerisch dauert es – ohne Inflation und Überschüsse – mehr als 21 Jahre, bis die Summe der Zahlungen die Einlage übersteigt.
65-jährige Männer erreichen ein garantiertes Plus nach rund 20 Jahren, Frauen hingegen erst nach etwa 22 Jahren, da sie im Schnitt länger leben und deshalb niedrigere Monatsrenten bekommen.
Das macht die Sofortrente zwar nicht per se schlecht, als reine Geldanlage jedoch meist nicht optimal. Ihr Kernnutzen liegt in der lebenslangen Zahlung.
Beachte: Lebst du sehr lange, spielt die lebenslange Zahlung ihren Vorteil aus. Stirbst du früh, bekommst du ohne Hinterbliebenenabsicherung deutlich weniger heraus, als du eingezahlt hast. In diesem Fall wird die Sofortrente zum Nachteil für deine Familie.
Willst du Kapital vererben, prüfe eine Rentengarantiezeit oder eine Todesfallleistung. Beide sichern Hinterbliebene ab, senken jedoch deine monatliche Rente.
Sofortrente oder Alternativen: Was passt zu meinem Ziel?
Alternativ zur Sofortrente können auch ein Auszahlplan oder ein selbstverwaltetes Depot sinnvoll sein, um einen größeren Betrag im Ruhestand anzulegen; je nachdem, was dir wichtiger ist: Sicherheit, Flexibilität, Rendite oder Vererbbarkeit.
Ein Auszahlplan ist ein selbst gebautes Taschengeld für den Ruhestand. Am Anfang gibst du einer Bank oder Versicherung einen größeren Geldbetrag auf einmal, zum Beispiel 50.000 Euro. Von diesem Betrag überweist dir die Bank jeden Monat einen festen Betrag auf dein Girokonto. Während du das Geld nach und nach verbrauchst, bringt dir der restliche Betrag immer noch Zinsen ein. Dadurch wird das Guthaben zwar langsam, aber stetig weniger, bis das Geld nach einigen Jahren aufgebraucht ist.
Bist du deutlich unter 60 Jahre, passen flexiblere, renditestärkere Produkte meist besser als eine Sofortrente. Stehst du kurz vor dem Ruhestand, hast einen größeren Betrag frei verfügbar und willst einen Teil deiner Fixkosten lebenslang absichern, kann eine Sofortrente gut in deinen Rentenmix passen. Es muss nicht der ganze Betrag sein, wäge Sicherheit und Beweglichkeit bewusst gegeneinander ab.